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Dramaturgische Miscellen.
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führuugsküuste, die sie dem Don Cesar gegenüber anwendet, streifen zu nahe an ein nicht mehr der Aesthetik zugehöriges Gebiet, nnd die Naivetät, mit welcher Don Cesar auf dieses Gebiet eingeht, als er z. B. einmal ausruft:Wie kaun ich sie iu diesem Auzug sehen nnd nicht vor Liebe sterben!" wird geradezu lächer­lich. Die beiden Prinzen nud Prinzessiuueu siud zu schablonenhaft gehalten, und der ganze Conflict der Empfindungen wird gleich von vorn herein zn sehr ins Didaktische gezogen. Diaua> stellt uicht den Stolz und den Uebermnth einer freicu Natur, sondern die Pedanterie einer ziemlich langweiligen Doctrin den Bewerbungen ihrer Freier entgegen, und auch von der andern Seite wird die Sache so viel als möglich theoretisch abgemacht. Trotzdem hat das Stück sehr bedeutende Vorzüge, die es mit Recht zn einem Lieblingsstück uusrer Debütanten gemacht haben. Der Gedauke selbst ist originell, die Ausführung wenigstens in ihren Grnndzügen geschickt arrangirt, und die Steigerung der Empfindungen Douna Diana's sogar recht poetisch dargestellt. Man sollte einmal daran denken, die allzu' große» Nohheiteu aus dem Stück zu entfernen, unter Anderm anch den Schluß etwas abzuänderü, deuu daß Donna Diana, nachdem sie sich überzeugt hat, Cesar und Laura lieben einander und seieu bereits versprochen, plötzlich her- vortritt, und ihrerseits Don Cesar mit ihrer Hand beglückt, widerspricht nicht blos unsern modernen Begriffen von weiblicher Würde, sondern der idealen Natur des Weibes überhaupt. Außerdem würde der Darsteller des Don Cesar so viel als möglich versuchen müssen, sich als freien, seiner Gegnerin ebenbürtigen Mann darzustellen; er muß zeigen, daß nicht blos das Ziel, sondern auch der Weg ihm Vergnügen macht, daß er nicht blos ein gelehriger Schüler des verschmitzten Be­dienten ist, sondern daß es ihn innerlich kitzelt, Gleiches mit Gleichem zu erwiedern, und die stolze Schöuheit zu demüthigen.

Die Umgestaltung der evangelischen Kirche.*)

Wenn sich in dem Streit zwischen den supranaturalistischen und rationa­listischen protestantischen Geistlichen um weiter Nichts handelte, als um die Lehr­sätze, die sie in ihren Predigten, ihren theologischen Zeitschriften, ihrer Exegese n. s. w. anzuwenden haben, oder um die Formalitäten, welche diese oder je» kirchliche Handlung begleiten sollen, so rounteu wir, die wir weniger daran gewöhut siud, die Bildung unsres Geistes und die Nahrung für unser Herz in jenen Zeit­schriften oder vor den Kanzeln zu sucheu, in diesem Conflict ganz unbetheillgt

") Vortrage über Wesen und Gestaltung der evangelischen Kirche, mit Rücksicht ans i» Preußen ihr bevvrstehcudc ucuc Gestaltung, vvu Eliest er. Prediger in Potsdam. Potödcu , iliiegel'schc Buchhandlung.