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Ein anderes Wort über die Friedenskongresse.
Wir sind mit dem geehrten Verfasser deö vorstehenden Aussatzes vollkommen dann einverstanden, daß die Tendenz der Friedensfreunde eine sehr ehrenwcrthe ist. Je dringender die Ideen der Humanität allen Völkern, allen Ständen ans Herz gelegt, und je energischer alle Vvrstellnngen und alle Vorurtheile, die denselben widersprechen, bekämpft werden, desto wahrscheinlicher wird ein allgemeiner Fortschritt der Menschen. Wir glanben auch, daß die FriedensveMne in ihrer gegenwärtigen Gestalt viel Nützliches wirken können, denn sie popularisireu die Ideen der Humanität in einem ziemlich weiten Umfang, und sie bringen dieselben, wie es nöthig ist, von Zeit zu Zeit iu Erinnernng. Allein wir müssen uus doch einige Einwendungen erlauben.
Einmal wäre es schädlich, sich allzu sanguinischen Hoffnungen hinzugeben. Eine viel gewaltigere Kraft, die christliche Kirche, hat zu ihrer Zeit nach demselben Zwecke hingearbeitet, nnd doch nicht viel erreicht, obgleich sie im Namen einer damals noch ziemlich allgemein anerkannten Autorität auftrat, die den heutigen Aposteln des Friedens fehlt. Sobald bei unsern künstlichen Staaten, die noch )veit davon entfernt sind, wirkliche Vvlksindividnalitäten darzustellen, die Interessen sich so verwickeln und zu so beständigen Reibungen führen, daß sie endlich zur Leidenschaft werden, so nntzt weder die allgemeine Empfehlnng des Friedens etwas, da noch niemals in der Welt die Leidenschaft durch Philosophie curirt worden ist, noch auch die Aufstellnug eines Schiedsgerichts, denn ein Gericht hat nnr dann einen Sinn, wenn es zugleich die Macht besitzt, seinem Spruch Geltung zn verschaffen. — Freilich wäre es ein praktisches Mittel, wenn die Bvrsenmänner sich ohne Unterschied dazu verpflichteten, zu keinem Kriege Geld zu geben; aber die Aufgabe, bei Wucherern die Idee der Humanität über die Idee des Gewinns zu stellen, ist eine eben so träumerische, als aus Europa eine allgemeine Republik zu machen.
Sodann möchten wir den Freunden des Friedens rathen, den Spott, den ihre Idee an sich wahrlich nicht verdient, nicht durch Uebertreibungen zu provocire». Das thun sie aber iu reichein Maße dnrch die parlamentarische Form ihrer Beschlüsse, denen sie eine Art bindender gesetzlicher Kraft zuzutrauen scheine», und durch ihr vollständiges Jgnoriren thatsächlicher Verhältnisse, welches ihnen jede Brücke zur Wirklichkeit abschneidet. Ans einzelne Verkehrtheiten, wodurch man sich discrcditirt, z. B. aus das große Wescu, das man von einem anerkannten Charlatan, wie Herr v. Girardin es ist, macht, will ich hier kein Gewicht legen.
Endlich möchte ick doch den Krieg, und was damit zusammenhängt, wenigstens unter gewissen Umständen in Schutz nehmen. Einseitige Friedensliebe ist an sich eine bloße Abstraetivu. Wenn uns ein Eroberer überfällt, so werden