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Literaturblatt.
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beiden Erzählungen, welche den 20. und 21. Band der Niederländischen Bibliothek bilden, enthalten ein Paar zart gedachte und hübsch ausgeführte Gcnrebildchcn. halb rührend und halb humoristisch, die bei ihrer Anspruchslosigkeit wol befriedigen können. Nament­lich in dem ersten sind einige recht hübsche Scenen.

Neue Gedichte.

Gedichte von Hoppl. Stuttgart, Hallbcrger. —- Es sind fast lauter schwer- wüthige Gedichte. Der Dichter wird von aller Welt verkannt, und muß fortwährend Thränen zerdrücke». Er cutschuldigt sich deswegen bei lieblosen Tadlern: Laßt mir den thräncnvvllcn Frühling, laßt mir den kurzen Traum von Liebcsweh, bald ist's vorbei, dann gilt mein Streben der Welt u. s. w. — Aber warum denn diese gcgenstandlosen Klagen, diese beständigen Reminiscenzen aus Hölty'schcn Grablicdcrn und Matthison'- schcn Klostcrgcsängcn immer von Neuem veröffentlichen? Aus welche Weise heut zu Tage die Dichter produciren, davon gicbt uns das kleine Gedicht ein merkwürdiges Beispiel: Der Elfe liebte die Lilie in schusnchtövollcm Drang, Tief in der Lilie Kelche verbirgt er sich schlau und bang, Die Lilie begann zu welken von seines AthemS Glühn, Sie neigte still das Kopfchen, der Morgen sah sie verblühn. Ein Knabe liebte ein Mädchen, die Geschichte ist so alt, Am Morgen in seinen Armen, da lag sie todt nnd kalt.

Dieses gedankenlose Gedudel, in dem auch nicht die Spur einer wahren Empfin­dung ist, ist nur dadurch merkwürdig, daß es sich aus lautcr Reminiscenzen, nicht blos an frühere Stoffe, sondern auch an früher gebrauchte Wendungen zusammensetzt. Der Dichter möge es nicht übel nehmen, wenn wir uns stark ausdrücken; es gilt nicht ihm persönlich, seine Gedichte sind nicht schlechter als hundert andere, die in dem letzten Jahre erschienen sind , aber es ist nöthig, einmal ei» ernstes Wort gegen diese lyrische Epidemie zu sprechen, durch welche alle wahre Empfindung in leere convcntionelle Reimerei untergeht. Nicht einmal der Wohlklang der Sprache wird dadurch gefördert, denn ein Dichter überbietet den andern in unnatürlichen Wendungen — Herr Hoppl z. B. läßt den Himmel hernieder blauen, — und bei dem bequemen Rhythmus der Schwäbischen Ballade wird auch aller Sinn für den Tonfall unterdrückt. Wie kann z. B. ein ge­bildetes Ohr folgenden Tonsall ertragen:

Der selige Schwärmer ahnte

Nicht, daß den Tod bringt sein Schann u. s. w. —

Lieder von Carl Angust Lcbrct (Julius Alfred). Zweite Ausgabe. Stutt­gart, Hallbcrger. — Auch dicscr Dichter ist schmcrzcnreich. Er singt: Ach, wcnn aus Meinen Thränen, die ich gcweint in Schncn, aus jeder eine Blüthe im Frühlingsschein «glühte, o welch ein Blnthenscgcn, o welch ein Paradies! Oder um es noch vollstän­diger zu habcn:

Wie ist er aber doch so bleich,

Den ich noch jüngst geliebt,

Er hat sich doch ob meiner, ach!

So schrecklich nicht betrübt?

Wenn man den Kopf vom Leibe schlägt,

Dann fällt der Rumpf auch »m,

Doch wein daö Herz gebrochen, der

Geht lebend todt hernm.

Durch solche Vorstellungen fuchcn unsre Dichter ihrem Volke den Sinn für das Schöne beizubringen. Goetbe und Schiller haben die Aufgabe der Poesie anders ver­standen/ — Es sind in dicscr Sammlung cinc Reihe von Balladen in der Uhlcmd'- schw Form, häufig vhnc Pointc, und zuweilen mit einem vollständig unverständlichen anhalte. — Seitdem die Tyrtäen der Freihcitspoesie, die das Liebcslied unterdrücken