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Czechische Portraits : Celakowsky.
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gierung die neuerrichtete, gut dotirte Lehrkanzel der slavischen Literatur an der Bres- lauer Hochschule verlieh.

Dort lebte er einsam kränkelnd in fremdem Boden, die slavischen Studien hatten an der Universität Breslan wenig Gelegenheit zu gedeihen. Durch eine Laune der Polen und der Regierung war der Lehrstuhl für slavische Sprachen dort geschaffen wor­den, es fehlte jedes Bedürfniß dazu; dem Lehrer fehlten die Zuhörer und anregende Freunde. Als Mensch lernten ihn auch die Breslauer schätzen. Er aber fühlte sich dort nicht heimisch, es zog ihn nach seinem Vaterland zurück.

In Prag besitzt er den Rnf des geistvollen und liebenswürdigsten Gesellschafters und ist in den literarischen Kreisen, deren Cliquen er nur zu oft besuchte, geehrt und geliebt. In der neuesten Zeit ist er an die Prager Universität zurückberufen worden. Er soll sie slavisiren helfen. Ob ihm das gelingen wird?

Prag nnd sein Bürgermeister.

Verzweifle keiner je, dem der Hoffnung letzte Sterne schwanden!" so lautete einst des Burschenliedes Trost.

War das ein Jammer im Jahre 1848 über die anarchischen Zustände Prags! Alles gehe demnächst zu Grunde, das Volk werde uns sieden, braten, verschlingen, so hieß es, und Ueberschwengliche verließen die Stadt, bestellten Wohnung in Ncwyvrk, um recht weit zu sein von den menschenftesscnden Czechen, von den schmierigen Swvrnost.

Noch am St. Wenzclstagc 1848 schmeckte dem Pfahlbürger die gebratene Kirch­weihgans nicht recht; hieß es doch allgemein, an St. Wenzel werde allgemeines Morden losgehen, nnd, kaum sollte man das sür möglich halten, Civil- und Militärbehörden haben damals an das Ministerium berichtet von diesem bevorstehenden Mordunternchmen!

St. Wenzl kam heran, der Belagerungszustand war dem Namen nach längst auf­gehoben, doch kaum ein czechisches Mäuschen unternahm es zu pipcn, alle« war still, ftiedsam und verträglich, dennoch aber war zu St. Wenzl 1849 Prag in vollem Be­lagerungszustande, als beherbergte es der Menschenfresser, der rothen Republikaner viele, während Prag noch immer am Katzenjammer leidet, seit dem Junius 1848 , und alles in'« liebe gemüthliche Alte zurück sich wendet, als wäre Lonis Philipp noch immer Kö­nig von Frankreich.

Verschwunden sind die bunten Trachten und Farben, welche das üppige Studen- tenthum schmückten, verstummt sind die Lieder, die czechischcn und deutschen, kein Bür- gcrsäbel klirrt mehr auf dem Straßenpflaster, alles ist todt, öde und still, die östrei­chische Freiheit ist beigesetzt in der Gruft des Belagerungszustandes; ob sie den Leichen­wächtern einst dennoch wieder entweichet wie Christus? Wir hoffen es, denn sie ist gött­licher Natur wie Christus.

An dem speciellen Grabe der Freiheit Prags stehen zwei Männer Wache, die wohl nicht gefährlich wären dem freien Fluge der unsterblichen Todten, wären sie nicht beordert von höherer Macht. Es sind dies Männer, welche im Jahr 1848 ganz be­sonders freisinnig und populär gewesen, sie schwammen mit dem Strome hinab; heute,