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Monatsrechnung für Wien :
(Septemberg 1849.)
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Ein anderer Witz ist, daß die schlechten Silbersechser, welche der Finanz­minister prägen ließ, Krausemünze genannt wird.

Das Erbrechen der Briefe und die Aufhebung der Freihäfen hat eine starke Discussion hervorgebracht, vhue daß für die Zukunft auf diese Privilegien Verzicht geleistet wird. Die Denunciation des Czechen Rieger, weil dieser in Paris den Fürsten Czartorisky besuchte, werde von ministeriellen Blättern betrieben; allein das bei dem polnischen Emissär Czaplicki gcfnndene Protokoll ist nicht einmal ge­eignet, darauf eine Hochverrathsklage zu gründen.

Zn den erfreulichen Erscheinungen gehört, daß der Gouverneur Melden we­niger sich mit Abfassung von Proclamativneu beschäftigt, hingegen die Literaten Wiens Mnth fassen, Einiges in die Oeffentlichkeit zu senden. Das Interessanteste ist Beck's Gedicht: An Franz Joseph, das Amnestie verlangt in klingenden Versen.

Die Bildcrausstelluug ist nicht des ErwähueuS werth, uud die Kuustinstitute, viil^o Theater, stagniren in vormärzlichem Nepertvir.

Deutsche Flüchtlinge in der Schweiz.

Auf einer langen Halbinsel, rings umwunden von dem mäandrischen Bande der dunkelgrünen Aar, liegt die alte Stadt Bern, der Hochsitz des schweizerischen Patrizierthums und Fremdenhasses, und so enge drängen ihre rothen Sandstein- hänser sich zusammen, als wollten sie selbst dem Wind, der vom Ausland kommt, den Einzug in ihre Mitte wehren. Aber vergeblich folgen Sie mir und Sie werden sehen, daß das deutsche Element plötzlich so prädominirend in Bern ge­worden ist, wie man das früher nie für möglich gehalten hätte. Unter den Pla­tanen auf der Enge erkennen Sie augenblicklich den lieben sächsischen Dialect einer Gruppe, am Bärengrabeu unterhalten sich Berliner, in den Lauben Säulen- gäugen längs den Hauptstraßen stoßen Sie mit jedem Schritt auf einen echten Sohn Germaniens, welcher in dem schmutzigen Demokratenhut und Sammtrock gar nicht zn verkennen ist, und erst auf dem Cas« Milano wird es Ihnen vor­kommen, als besäudeu Sie sich in einer Couferenz von Abgeordneten sämmtlicher deutschen Sprachstämmc. Die Schweiz, und vorzugsweise die Städte Beru und Zürich, wimmeln von Flüchtlingen aus Berlin, Sachsen, Frankfurt, der Pfalz und Baden, wie ein Bienenkorb; aber sie sind nur selten fleißige Arbeits­bienen, der Mehrzahl nach faule Drohnen, welche sich auf Unkosten Anderer reichlich zu nähren gedenken, uud als solche steht sie auch der Schweizer mit scheelem Auge an, verwünscht sie und ihr Vaterland. Wüthender aber ist Nie-