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Preußische Briefe : zweiundzwanzigster Brief : Vanitas Vanitatum Vanitas.
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die Türken, die Polen, die Ungarn. Er hat sich in das dunkle Reich seines Herrn und Kaisers zurückgezogen, eines zweiten Winkes gewärtig. Es ist sonderbar, daß gerade zur Feier jenes Triumphzugs der Brief Görger/s pubkcirt wurde, in dem er den Russen seine Unterwerfung anzeigt, im Ucbrigen aber erklärt, er werde sich lieber in Stücke hacken lassen, als sich an Oestreich ergeben.

Hell strahlt die Erlenchtung in dem Dom des alten Oestreich, laut klingen die Siegeslieder; aber das Fundament, aus dem es gebaut, hat sich hohl gezeigt; ein Erdstoß und es fliegt in Trümmer.

Die Goethefeier in Weimar.

(Eingesandt.)

Dieser Artikel kommt sehr spät, er soll auch nur zur Widerlegung der Entstellung dienen, die sich viele Blätter über diese schöne Feier erlaubt haben.

Durch eine Zusammenkunft am 27. August der LogeAmalia" wurde die Feier eröffnet. Am Abend desselben Tages war das Gocthe'schc Gartenhaus und das römische Haus prachtvoll erleuchtet. Bei dem ersteren waren zwei, gegen 60 Zoll hohe Kande­laber errichtet, mit mehrern tausend Lampen geschmückt. Ein Sängerchor sangLicht, mehr Licht," componirt vom Kapellmeister »>. Liszt. Eben so prachtvoll war die Erleuchtung des römischen Hauses, an welchem die Transparente Carl August, Goethe, Auna Amalia waren. Leider störte das stürmische und regnerische Wetter die Beleuch­tung, daher sie am folgenden Abend widerholt wurde nnd glücklich gelang. Am 28. früh 7 Uhr war ein Fcstzug »ach Goethe's Ruhestätte, in der Großherzoglichcn Fami­liengruft auf dem neuen Fricdhof. Als daselbst der Zug angelangt war, wurden zwei Gesangstücke mit Jnstrnmcntalbcgleituug aufgeführt, das eine von unserm talentvollen, tüchtigen Kammermnsikus Stör, das andere von Hitler. Beide Kompositionen waren zur würdigen Feier des Festes sehr geeignet. Jedem Anwesenden war der Zutritt in die fürstliche Gruft gestattet. Um 1l Uhr begann die Feier auf der Großherzoglichcn Bibliothek, deren neuer Anbau zugleich eingeweiht wurde. Der enge Raum gestattete freilich nur den Zutritt durch Einlaßkarten, welche aber an Jedermann, je nachdem er sich zur Zeit gemeldet hatte, abgegeben wurden. Wohl gegen 400-Personen, dar­unter auch die Frau Großhcrzogin, der Erbgroßherzog nebst Gemahlin waren zugegen. Der Hofrath und Obcrbibliothekar Prcller hielt eine Rede, in welcher er Alles, was ans Goethe nur Bezug hatte, in höchst geistreicher Weise zusammenfaßte. Vor und nach derselben wurde eine neue, vom Kapellmeister Chelard componirte Cantate auf­geführt, welche vou anwesenden Mnstkverständigen als eine vortreffliche Komposition genannt wnrde. Nachmittags um 2 Uhr waren zwei Festtafeln in den Localen der Erholung und Armbrnstschützengescllschaft. An sinnreichen Toasten fehlte es natürlrcy nicht. Der Geheime Staatsrath v. Wydcnbrugk sprach dem Andenken Goethe's ge­haltvolle Worte. Hofrath uud Gymnasialdircctor v>-. Sauppe brachte, indem er Goe­the's Ausenthalt in Jena gedachte, dieser Universität ein Hoch! Kaufmann HoncY erinnerte au Frankfurt, Gveth'S Geburtsort, machte auf die Bedeutung dieser Stavi w der Neuzeit aufmerksam, und brachte dem einigen Deutschland ein Hoch! Diester^ weg aus Berlin, der General der deutschen Schulmeister, ließ die Frauen hoch levci, welche für Goethe Theilnahme zeigten. So kam der Abend heran, und das Theat war gedrängt voll, denn Tasso wnrde gegeben. Sowohl die Titelrolle, welche v Dessoir, als auch die übrigen Rollen wurden von unsern Schauspielern vortrefflich S>