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Oestreichs Zukunft : Vision.
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Wir stehen am Wendepunkt der alten bisher geübten Politik, die alten Künste der Diplomatie, der Kongresse, sind abgenutzt, aller Klage über Reaktion und ihren Gelingen zum Trotz, faßt dennoch die große Idee stets festeren Fuß und schreitet unaufhaltsam dem Ziele zu, momentanes Stagniren beschleunigt, beflügelt das Schwungrad der Zeit, es zerschmettert die Pigmäen, die schwarzgelben, weiß- schwarzen und rothen, die es gewagt einzugreisen in die Speichen.

Eine neue, im Volke wurzelnde, von diesem anerkannte Politik, ein neues Europa erstehet, wir halten die Formung der neuen, durch das Nolksgefühl ge­botenen Staatsorganismen nicht ans, über uns alle hinweg schreitet mächtig die Zeit.

Preußen, bisher nnr eines großen Staates Bauriß und Plan, erfüllt un­aufhaltsam seine Mission, die ihm der Weltgeist gegeben, die Größe strebet es an, sie ist ihm unwiderstehlich Bedürfniß geworden, wird sie erreichen, wie jeder Organismus in der Natur seine Bestimmung erfüllt nnd erreicht.

Preußen wird zu Deutschland, ob Preußen in Deutschland, ob dieses in jenem aufgehe, worüber die Herren sich streiten, gilt ganz gleich dem Geschicke, ihm sind die Namen fremd, die wir nur erfunden, Preußen ist die Lawine, die über Deutschland niederrvllt, und allem was deutsch ist, nnd die kleinen Souve­ränitätsgehöfte erdrückt ohne Erbarmen, seiner selbst unbewußt.

Rußland, wir sehen das komme», rückt immer näher dem Ziele, das ihm das allbeherrschende Fatnm gesteckt; früher, als wir es ahnen, herrscht der Czar w Stambnl und ist Herr des slavischen Nordens und Ostens, das große Slaven­reich des Panslavismus wird znr vollendeten That nnd dann erst geht in diesem die Sonne der Freiheit auf.

Oestreich aber hat seine geschichtliche, seine staatsorganische Misston erfüllt, ^ hat gelebt!

Was heute noch Leben scheint, ist Agonie, ist letzter Krampf des Verschei- b°"s, es stirbt an der Hilfe des Nordens, die ihm geworden, und Staaten ster­be" langer als Menschen.

Oestreich ist lebensunfähig, weil es freiheitsunfähig ist. Nnr Freiheit ist Leben! A. Miller.

Bemerkung zu dem vorigen Aufsatz.

Die Redaction kann sich nicht versagen, eine psychologische Bemerkung zu den vorstehenden Zeilen zu machen. Diese kommen ans der Feder einer politischen Kapacität Oestreichs, deren Artikel einst, vor der Revolution, im Kaiserstaat großes Anflehn erregten und für den besten Schmnck dieses Blattes galten.---