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Der neunzehnjährige Kaiser Oestreichs.
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ten gestattet werden, aber mit der Bedingung der Suspension und Zurückziehung. Die Constitution wird nur eine Form bleiben, und das Militär zum stets be­reiten Schutz dagegen den ersten Platz am Throne behalten. Oestreich kann größer,

stärker, reicher unter diesem Kaiser werden; aber--

Wir vergessen, daß der Kaiser eben erst 19 Jahre alt wird. Der Mann kaun die Prophezeihungen über den Jüngling zu Nichte machen. Die Zeiten' sind lehrreich und die Erfahrung ändert den Menschen. Der Prinz hat die jesuitische Richtung überwunden, vielleicht überwindet er noch die Neiguug zum Militär, und wird ein Bürgerkaiser. Vielleicht! S. T.

Die Grenzboten über Ungarn.

Kofsuth tritt die Diktatur an Görgey ab, Görgey aber ergibt sich den Tag darauf mit seinem ganzen Heer den Oestreichern uud sendet Befehle an alle Corps- suhrer dasselbe zu thun, Arad öffnet seine Thore nnd das schiefe Krenz der un­garischen Krone fällt zerbrochen unter die Fänge des kaiserlichen Adlers. Das Alles klingt wie eine tolle lügenhafte Erfindung, und Vieles in uns sträubt sich noch 'immer zu glauben, was doch nicht mehr zu bezweifeln ist. Wie eine schauer­liche Sage, die wir nur halb verstehen und deren Räthsel doch unsere ganze Seele fesselt, zog dieser ganze ungarische Kampf des letzten Jahres in unser Ohr; räth­selhaft und wie eine finstere Sage klingt uus auch sein hereinbrechendes Ende.

Es steht unseren Zeituugen nicht gut an, daß sie jetzt auf einmal so kühl und weise werden und so wohlwollend für die östreichische Regierung: sie haben die Ungarn wohl geachtet, aber doch nie verkannt, daß; sie haben zwar Ge­fühl gehabt, für den Heldenmut!) dieses interessanten Stammes, aber ihr Herz war natürlich doch Nein, so fühlte man nicht in Deutschland, so empfinden in Wahrheit auch nicht die Besseren, welche für die Tagespresse schreiben. Unser Herz war ganz bei den Ungarn, seit diesem Frühjahr, seit der russischen Allianz waren die Ungarn unsere Freunde und Bundesgenossen geworden. Grade jetzt, wo sie darniederliegen, soll die Presse das frei bekennen und sich nicht schä­men. Wir waren nicht so weise, ein solches Ende des Krieges vorauszusehn, wir waren nicht so unmännlich, es zu hoffe». Und grade jetzt, wo unsere loyalen Freunde in Oestreich sich in Siegesfreude berauschen, wollen wir ihnen ehrlich heraussagen, wir können uns nicht freuen, wir trauern, daß es so gekommen ist. Und es kümmert uns wenig, ob sie uns deshalb zürnen. Damals als die Un-