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neunzehnter Brief : Camphausen und die deutsche Politik.
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Bildung wir in diesen Kammern voranssahen. Tragt sie über die Unschlnssigkeit der Regierung, über den bösen Willen der sogenannten Schwarzweißen den Sieg davon, so dürfen wir an der Zukunft eines freien deutschen Reiches nicht ver­zweifeln.

Der liennzehnjährifte Kaiser Oestreichs.

Der Monarch ist geheiligt, unverantwortlich, unverletzlich.

Wir erkennen dieses Schiboleth vollständig au, uud gestehen dies in dem Mo­mente, wo wir darangehen, gerade über die Person des jetzigen östreichischen Monarchen eine Ansicht abzugeben. Zur eigenen Verwahrung glanben wir noch ein anderes Bekenntniß voranschicken zu müssen. Wir sind, trotz aller Demokratie in Gedanken und Gefühlen, vollkommen monarchisch gesinnt sür Oestreich; ja wir sind dynastisch gesinnt für Habsburg - Lothringen. Als ganz unpraktisch werftu wir deu theoretischen Streit über Monarchie uud Republik sür Oestreich in den Osenwinkel, wo die Phantasten träumen; dieser Staatencvmplex hat nur in den vereinten Kronen seinen festen Halt, uud die Vereinigung der Kronen ist ein Glück für die kleinen Völkerschaften, die sich au der Douau zusammenfanden. Selbst die wackern Magyaren erliegen den Fäusten der nachbarlichen Nationalitä­ten, wenn nicht die Krone sie schirmt; ja sie konnten eine Jnsnrrection erst dann versuchen, als die Krone auf dem Haupte eines zu schwachen Königs saß und die Ccntralregierung durch Fehler nud Verbrechen die liberale Fractivu des Gesammt- staates zu ihrer Genossenschaft trieb. DaS Treiben der Czechcn, der Kroaten, der Serben, der Slovenen, der Ruthcnen, der Rvmäucn ,'c. ist ein kleinliches, und von der geringsten Bedeutung, sobald die Ccntralgewalt geordnet ist-; nur unter dem Schirm des Kaisers vermögen sie in der autonomen Provinz das Scepter zu führen, sie bleiben aber ein Bruchthcil deö Staates. Hätte Kaiser Ferdinand das Vorhaben der Kroaten mißbilligt, so läge Jellachich jetzt im Kerker, statt Louis Bathiany dem ungarischen Premier; die Grenzer uud Serben uud Kroaten hätten keine Revolution gegen die Wiener Ncgicruug durchgeführt. Alle diese Nationen sind ohnmächtig, denn sie sind au Zahl zu gering; deshalb cvn- ccntrirten sich auch di! slavischen Stämme, obwohl manche sich spinnefeind gegen­über stehen, als Panslaven, blauweißroth. Oestreich hat nur drei wichtige nationale Factoren: die Polen, die Italiener und die Deutschen. Alle übrigen ringen erst nach Bedeutung, und streiten deshalb unter dem schwarzgelben Banner des Kai­serstaates, das sie, als Gegner, sogleich zu Boden werfen würde. Alle slavischen