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Die Bosnier und der Aufstand des Keric.
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Die Bosnier und der Aufstand des Keric.

Der große Stamm der Südslaven beginnt selbstthätig in das Geschick der europäischen Staaten einzugreifen, er strebt nach staatlicher Ordnung uud Einheit für sich selbst und hat deshalb alte Banden, welche ihn dnrch Jahrhunderte an Ungarn oder an die Türkei festschnürten und durch Gewohnheit und Verträge ge­weiht waren, gebrochen. Auch für Oestreich ist die Zeit nicht fern, wo das Volk, welches jetzt seinen Signalen in die Schlacht nachzieht, sich feindlich gegen den Doppeladler erheben wird. Noch immer ist in Deutschland die Familie der südslavischen Völker wenig bekannt, ihre gemeinsame Eigenthümlichkeit und ihr innerer Zusammenhang nicht genügend beachtet. Die Grenzboten sind nicht ganz fremd in dem türkischen Grenzland, sie werden versuchen, ihren Lesern einiges Interessante aus der dämmrigen Ferne der schwarzen Berge und der serbischen Wälder mitzutheilen.

Der südslavische, oder serbische, oder illyrische Stamm bewohnt in der Türkei das Fürstenthum Serbien, Bosnien mit der Herzegowina und Montenegro; im Kaiserstaat: Dalmatien, daö südliche Jllyrien, Kroatien, Slavonien, die Grenze und den südlichen Theil des Bcmats, welcher als Woiwodina im vorigen Jahr eine Provinzialsouveränität erstrebte. Zu zwei Kaiserreichen gehört dies große serbische Volk, über 5 Millionen Menschen; auch zu verschiedenen Kirchen. In Bosnien ist ein Theil des Volkes zum Islam übergegangen. Der Serbe, der Montene­griner und der größte Theil der Raja in Bosnien sind nicht nuirte Griechen, in den östreichischen Landestheilen sitzen uuirte und nicht uuirte Griechen durcheinan­der. Aber der Unterschied zwischen den beiden griechischen Kirchen ist durchaus kein nationaler, er ist ein sehr äußerliches und oberflächliches Popenwerk, um welches sich das Volk wenig kümmert. Die Union der westlichen Serben mit der römischen Kirche hat so geringe Bedeutung für die Masse, daß es durchaus keiue Schwierigkeit machen würde, dieselbe wieder aufzuheben. Man legt in Deutsch­land so großen Werth auf einen Unterschied, der für die politischen Verhältnisse gar keiner ist. Unter gewissen Verhältnissen wird der nicht unirte Jllyrier grade so feindlich gegen Rußland gestimmt sein, als der unirte. Bei verschiedener Grcnzbotm. m. 1849. . 36