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Die Thronrede in Preußen.
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falschen System hervorgegangen ist, und in deren Interesse es liegen muß, daß es dabei sein Bewenden hat.

Erfreulicher ist der dritte Punkt. Die Ansichten über die Entwicklung der deutschen Versassnngsfrage sind mit einer Bestimmtheit ausgesprochen, daß an der Durchführung derselben kein anderer Zweifel hasten kann, als — der über die Fortdauer des Cabincts. Wenn in dieser Beziehung wenigstens die Kammern sicher und energisch austreten, und die Negierung ebenso antreiben als unterstützen, so würde wenigstens von einer Seite diese Session dem Vaterlande zum Vortheil gereichen.

Wie sich die Demokratie der neuen Lage der Dinge gegenüber zu verhalten gedenkt, ist uns ein Räthsel — vielleicht ihr selber. Die Aufhebnng des Belage- rnngszustandes von Berlin hat ihr Gelegenheit gegeben, sich als Partei zn rcor- ganistren; wie sich in der Versammlung zu Köchen herausgestellt hat, trete» nun die ehemaligen Gemäßigten, Unrnh, Nvdbertus u. s. w., an ihre Spitze und es ist nun die Gesammtheit der alten Constituante, die dem neuen Preußen gegen­übersteht. Durch welche Organe sie aber zu wirke», in welcher andern Art sie über ihre bloße Existenz hinauszugehu gedenkt, als durch Promenaden, Ehren- Pokale und geburtstägliche Demonstratiouen wie die Waldecksche — ist nicht ab- zusehn. Wenn sie nun dem Project, für Deutschlaud eiue Verfassung vorzubereiten, ebenso einen passiven Widerstand entgegensetzen wollte, als der Einführung der preußischen Cvustitution, so würde sie eine schwere Verantwortlichkeit auf sich laden.

Heinrich Laube: Das erste deutsche Parlameut ).

Der erste Theil eines mehrbändigen Werkes, welches sich die Aufgabe stellt, die Geschichte des deutschen Parlaments in Memoireuform zusammen zu fassen. Das Interesse, welches der deutsche Leser an diesem Buche nehmen wird, ist ein doppeltes, der Stoff ist uns wichtig und der Name, velcher ihn verarbeitet, interessant.

Zunächst über den Inhalt des Werkes. Der erste Band, welchem der zweite wenig Wochen folgen soll, beginnt mit der Reise zum Vorparlament und reicht ^6 zu Gagern'S berühmter Rede über die provisorische Centralgewalt. — Die Darstellung ist zweckmäßig. Der erste Abschnitt bis zum Eintreten des Verfassers 'N die Nationalversammlung zeigt uus diese» selbst, wie er die bunten ver­wirrenden Eindrücke in dieser Zeit der Gähruug i» sich aufnimmt, die Erschei­nungen beurtheilt und von ihnen bestimmt wird; hier ist Laube selbst der Mittel­punkt, »nd das interessante Detail, welches er gibt, besteht großentheils ans charakteristischen Zügen und kleinen Anekdote», welche ans seiner Nmgebnng i»

*) Erster Band. Leipzig, 1849. Weidmann'sche Buchhandlung.