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Die Einkommensteuer in Preußen.
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und daß bei der ungeheuern Bevorzugung des Capitals in den Wahlen, auch das Capital am stärksten besteuert werde. So ist die liberale Einkommensteuer nichts als die Kehrseite eines Wahlgesetzes, welches grade nicht in dem Geruch des Li­beralismus steht. Allerdings entsteht jetzt sür das Ministerium die bedenkliche Frage, ob alle die Vermögenden, welche sich mit Behagen in der ersten Wähler­klasse, oft als einzige Urwähler, sahen, jetzt auch geneigt sein werden, die ver­nünftigen Conseqnenzen ihres Wahlrechts auf sich zu nehmen. Wir fürchten, daS wird nicht geschehn, auch das Ministerium scheint das zu besorgen. Die Pro- gressivscala -wird vielleicht geopfert werden müssen, möglicherweise das ganze Pro­jekt der Eittkommenstcncr. Für das Ministerium aber wäre dies ein tödtlicher lag, denn ohne Einkommensteuer würde auch das Wahlgesetz nicht gehalten werden können, die schreiende Ungerechtigkeit und Willkür desselben würde der Nation gegenüber ohne Gegengewicht bleiben und fortwährend verletzen. So ist nicht unmöglich, daß das Ministerium eine gefährliche Niederlage erfährt, grade durch die liberalste Institution, welche es einführen will, und daß dieselben Prin­cipien, welche es heraufbeschworen hat, ihm selbst verderblich werden.

Wenn die demokratische Partei das Projekt der Einkommensteuer lobt, die conservative aber es angreist, so folgen beide ihrem Gefühl mehr als politischer Klugheit. Ob die Einkommensteuer auch unseren conservativen Reichen die Ueber­zeugung bringen wird, daß das Princip des octrvyirten Wahlgesetzes falsch ist, müssen wir abwarten.

Aus r a g.

Prag. ein Theben en mimsturo Wenn ich jetzt auf ländlichem Kar­ren hereinfahre und zu dem neunten, nach meiner Heimath blickenden Thore gelange, ivo der schnurrbärtige Polizist und sein Schatten, der Zollmann, jeden Wagen durchstöbert, um verbotene Menschen oder Waaren zu entdecken, so wird mir ganz unheimlich zu Gemüthe. Nicht als ob ich mich für verboten oder gar vermauth- bar hielte, denn ich bin lammfromm und noch ein menschliches Wesen; aber weil beim Anblicke der alterthümlichen, einst dreifarbigen Hussitenstadt meiner Phan­tasie eine unnatürliche Sphinxgestalt vorschwebt! Es ist kein Ungethüm mit einem Löwenkopf aus böhmischem Thon, mit einem wellenförmigen Schlangenleib und häßlichen Pfauenfüßen, mit zweifarbigen Doppeladlerflügeln und dem fette»