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Das Monument Kaiser Karl IV. zu Prag.
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Ein reiches Denkmal, ein schönes Kunstwerk und doch ^- für Böhmen kam es zu spät. Die Leute freuen sich nicht mehr über das gütige Lächeln des alten Kaisers. - . I. B-

Aus der Literatur des Belagernngsznstandes in Wien.

Jede Periode in der Weltgeschichte hat ihre großen Männer und ihre Lite­ratur aufzuwciseu. Der Belagerungszustand, der über vier Fünsthcile der östrei­chischen Monarchie im Jahre 184» v. Chr. Geb. verhängt ist, wird unbestreitbar Epoche in der Weltgeschichte machen. Diese wird die Thaten jener Männer zu würdigen wissen, welches dem Kriegs- und Staudrechte Kraft und Weihe zu ver­leihen wußten. Die Literatnrgeschichte wird nicht minder Stoss finden, sich zu bereichern.

Herr Wenzeölaw Georg Duncker ist ein Patriot im vollen Sinne des Wortes. Sein Patriotismus, sein schöner Sinn für Ordnung, Gesetz nnd Polizei schweift phantastisch über Grenzmarken und Nationalitäten hinaus. Er genießt seit lange in Wien den Ruf, eben so heiß für Rußland wie für Oestreich zu fühlen. Herr Wenzeölaw Georg Duucker wußte sich in diesem Zeiralter unglückseligen Schwan­kens gewisse Grundsätze zu bewahre», als da siud: der Zweck heiligt die Mittel, oder: Wer der Polizei dient, dient dem Staate, oder: Der Unschuldige muß mit dem Schuldigen leiden, oder: Einen Bruder der Polizei angeben, heißt für das Institut der Familie und der Gesellschaft kämpfen. Sie werden mich verstanden haben und Herrn Duncker mit mir bewundern, wenn ich Ihnen sage, daß er vermöge dieser Grundsätze für das Wohl russischer Familien eben so besorgt war, wie sür das Fortbestehen der östreichischen Gesellschaft. Sein Eifer wurde höhern Orts anerkannt. Er erhielt seit einer Reihe von Jahren eine Masse goldener und silberner Medaillen aber ohne Oehr nnd Band. Der­gleichen anzunehmen, verbietet seine Bescheidenheit. Im Stillen wirkt sich's anch am Besten.

Herr Duncker hat ein Buch während des BclagernngSzustandes erscheinen lassen, betitelt: Denkschrift der Oktoberrevolution in Wien. Es ist sein Verlagseigenthum und zählt 900 Octavseiten. Das Merkwürdigste an diesen: Buche ist Herr Duncker selbst. Er hat sich auf jeder dritten Seite eine Dosis Unsterblichkeit dekretirt. Herr Duucker, dessen Namen in andern Schilderungen der Wiener Katastrophe nirgends genannt wird, spielt in seiner eigenen Beschrei­bung eine der Hauptrollen. Er ist überall gegenwärtig, er ist überall betheiligt, er weiß sür alles Rath und Mittel, seine Wirksamkeit ist stciunenswerlh als Gutgesinnter natürlich.