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Aus Breslau.
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eine starke conservative Partei kämpfen zn können. Und daß der nächste Kampf, den der vernünftige Liberalismus in Preußen durchzumachen haben wird, nickt mehr gegen die Demokraten, sondern gegen die streng conservative Partei der Staatsgenvssen durchzufechten sein wird, auch dafür kann man hinter den Zeilen dieses Actenstücks den Beweis finden.

Kleine Porträts.

I. Franz Naveaux.

Keiu bedeutender Charakter, aber ein Typus, in welchem sich die Eigenthüm­lichkeit unserer Bewegung, diese Mischung von Gemüthlichkeit nnd idealistischer Abstraction, so deutlich wie in wenig andern ausgeprägt hat. Ein warmes Ge­müth, eine aufrichtige Ueberzeugung und zugleich eine grenzenlose Unbestimmtheit in dem, was zu fordern, was zu thun sei. Was er wünschte, war ihm allmäch­tiges Gebot; und darum erschien ihm, was sich zwischen ihn nnd den Inhalt seiner Ideale stellte, in keiner andern Bedeutung, als der negativen eines verräthcrischen, bösen WilleuS.

Ich sah ihn im Fünfziger-Ausschuß. Eine stattliche, etwas hagere Figur, männlich anziehender Ausdruck und einnehmendes Wesen; dunkles Haar auf blassem, etwas leidendem Gesicht, bewegte nnd klagende Stimme, in der Hal­tung ein chcvalcreskcr Anstrich. Seiuc Sprache immer leidcuschaftlich, aber ohne eigeutlicheu Schwung. Mich verdroß bei ihm, wie bei den übrigen Preußen, die iu Frankfurt zurückgeblieben waren, diese Abneigung gegen ihr engeres Vaterland, namentlich weuu ich sie mit dem entschiede» und laut ausgesprochenen Patnotis- mns der Ocstrcicher verglich. Mau ging so weit, diesen den Hof zu machen, deuu sie hatten den Vorzug, antipreußisch zu sein. Nur trat bei Naveaux diese Anti­pathie nicht so gehässig hervor, als bei den Uebrigen, z. B. Heinrich Simon nnd Jacoby, es war kein eigentlicher Haß; Preußen war ihm nngcmüthlich, und darum mochte er eS nicht leiden.

Naveaux war vielleicht der populärste Charakter in Kölu. Wo nnr immer der Rheinländer productiv war, ging er voran, von den Narrenfcstcn des Gürzenich bis zum Domban hinauf. Im Besitz eines reichlichen Vermögens, theilte er doch nicht den Übeln Ruf der Bourgeoisie bei den entschiedenen Fvrlschrittömäuueru, denn er ge­hörte keinem bestimmten Staude, keinem bestimmten Geschäft an, und liebte es, sich Privatmann zu nennen. Der Rentier, wenn er zu leben weiß, steht demVolk"