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Politische Conseqnenz
An Notiert v. K. lir Kcrliir.
Du moqnirst Dich darüber, daß ich in der letzten Zeit in meinen politischen Rathschlägen chcmgirt habe. In den grünen Wvchenheften fällt es wohl mehr auf, als in der Tagesprcsse; die Veränderungen kommen ruckweise, in den Zeitungen macht es sich uach und nach. — Allein das ist gleichgültig, ich benutze nur die Gelegenheit, um einen Begriff zu tntisiren, der mit in den „Neupolitischen Katechismus" gehört, und der eben so gedankenlos verwerthet wird, als die Ideen der Volkssvnveränität, Gleichheit, Einheit Deutschlands u. s. w. Und er ist für unsere Entwickelung wo möglich noch schädlicher.
Man pflegt bei dein Vorwurf politischer Waukelmüthigkeit zweierlei zu verwechseln: die materielle Umgestaltung in den Ansichten, Ueberzeugungen und Zwecken, und die aus dem Wechsel der Situation entsprungene Veränderung iu der Richtung. Der letztere Vorwurf— uud der Deinige gegen mich fällt in diese Kategorie — würde ungefähr darauf hinauskommen, daß man von einem Seemann verlangt, er solle immer dasselbe Segel aufziehn, seiner nautischen Ehre halber, gleichviel ob der Wind von rechts oder von links bläst. Aber es kommt einem verständigen Schisser nicht darauf au, deu Wellen und Winden dnrch die consequente Haltung seines Takelwerkö zn imponiren, sondern sein Fahrzeug heil und sicher in den Hafen zu bringen, welcher das Ziel seiner Reise ist. Freilich will diese Geschicklichkeit, die Umstände zu seinen Zwecken zn benutzen, etwas anders sagen, als was man mit Mautelträgerei bezeichnet: der Mangel nämlich eines eigenen Inhalts, der zur uubedingten Abhängigkeit von den äußeren Einflüssen führt. Ein Barrere, der alle Phasen der Revolution mit gleicher Hingebung durchmachte, constitutivnell war, als die öffentliche Meinung es verlangte, honetter Republikaner, als die Girvude am Ruder war, Montagnard unter der Herrschast des Wohlfahrtsausschusses, ein Diplomat von dieser bequemen Farbe wird wohl nirgend z. B. mit einem Lamartine verwechselt werden, der zwar eben so schnell und energisch in seinem politischen Glaubenssystem chcmgirte, aber nicht, wie es die augenblickliche Stimmung der Masse haben wollte, sondern nach einem innerlichen Proceß.
Ich will jene beiden Formen der politischen Jnconsequenz streng von einander sondern, die wirkliche von der scheinbaren Apostasic. Zur Kritik der ersteren wähle ich, weil ich die allgemein gehaltenen Regeln überhaupt nicht liebe, sogleich ein bestimmtes Beispiel. Der größte Staatsmann unserer Tage, Sir Robert Peel, hatte in seiner langen und ruhmvollen politischen Lausbahn mit großer Energie die