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Briefe aus Prag. III. : Die Metamorphosen des Czechenthums und die gegenwärtige Stimmung der Czechen.
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geleert werden, damit es dann auf der Wellbuhne Gespenster gebe. Der welt­geschichtliche Glaube kennt keine Auferstehung der Todten; sie sollen nur aufersteh» M der frischcn grünen Saat, die über ihren Gräbern gedeiht. I.V.

Pariser Genrebilder.

Der Anblick der Seinestadt in den letzten Tagen vor den Wahlen zur Na­tionalversammlung ist ein höchst eigenthümlicher, und der Fremde, namentlich der Deutsche, fühlt sich vollständig in eine neue Welt verseht, in welcher leine Sinne ihm den Gehorsam zn versagen drohen. Von dem Lärm und der Agitation in den Gassen, auf den Boulevards und Plätzen können Sie sich unmöglich eine Vorstellung machen. Alle Mauern sind von oben bis unten mit ungeheure» Affi- chen beklebt, welche in emphatischen Worten den oder jenen Candidatcn vorschlage»; überall stehe» lebhast gesticnlirende Gruppen von Neugierigen vor diesen Anzeigen, und die Stimmenwerber schlüpfen bald da, bald dort durch die Menschenmenge, um ihr Gewerbe anzubringen. Jede Partei sucht die raffinirtesten Künste hervor, UM ihren Gegnern so sehr als möglich Terrain abzngewinnen. In den beiden letzten Tagen vor den Wahlen ist es wirklich, um toll zu werden. Via» kaun seine Schritte nirgends hin wende», ohne daß Einem Hunderte von Wahlzetleln in die Hand gepreßt werden, Zettel von allen Farben, rothe, weiße, blane, grüne, je nach den politischen Abzeichen der Parteien. Man mag machen, was man will es ist unmöglich, sich des Empfangs solcher Zettel zu erwehren, und ich kann Sie versichern, daß am Sonnabend vor den Wahlen meiue Tasaen damit ganz vollgepfropft gewesen sind. D'ese Vertheilung gibt inzwischen Anlaß zu einer ganz besonderen Industrie die schlauen Evicicr's machen sich dieselbe zu Nutz, um sich auf wohlfeilste Art mit dem beuöihigten Papier zn versehen. Sie schicken ihre Lehrburschen fort, um in allen Straßen Wahlzettel einzusam­meln und so kommt es, daß man vier Wochen lang in ganz Paris keinen Häring, kein Loth Schnupftabak kaufen kann, dessen Enveloppe nicht ein «»llvtin <lo votv wäre. Auch Mr. Lesevbre hat eine reiche Ernte von Wahlzetteln gehal­ten, einzig nnd allein , um mit denselben, in zweckmäßigen Schatlirungen, ein kleines Gemach zu tapeziren, au welcher Tapete er nunmehr seine kindische Freude h»t- Ich glaube übrigens kaum, daß in Deutschland jemals der Sinn für das öffentliche Wohl so ausgebildet werden wird, wie dies hier in Paris jetzt schon der Fall ist, wie sich das insbesondere durch die allgemeine Betheiligung an dem Wahlgeschäft documentirt. Man muß gber auch sehen, wie sehr die politische

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