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Preußische Briefe : sechzehnter Brief : die große Woche der Patente.
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den zu diesem Zweck ausdrücklich einberufenen Reichstag in denselben, sehr er­schwerenden Formen geschehen soll, wie spätere Abänderungen derselben. ES ist ferner keine Garantie dafür geboten, daß der vorliegende Entwurf auch wirklich von den Fürsten gehalten wird, falls das Volk darauf eingeht: ein Mangel, der um so mißlicher ist, da die Experimente mit der preußischen Verfassung vorliegen.

VIII. Neichswahlgesetz. Wir müssen zugeben, daß das Frankfurter Wahlgesetz zu demokratisch war. Die Volksvertretung soll die Bildung des Volks repräsentiren, das geschieht aber nicht, wenn der Bildungsumfang aller Einzelnen summirt uud dann die mittlere Proportionale daraus gezogen wird. So war es unter andern mit den aufgelösten sächsische,: Kammern. Der preußische Entwurf geht aber auf der andern Seite viel zu weit, und muß unter allen Umständen mvdificirt werden. Das Recht, zn wählen, ist an folgende Bedingungen geknüpft, l) Alter von 25 Jahren. 2) Berechtigung zu den Gemeinde-Wahlen des Wohn­orts. 3) Zahlung einer directen Steuer. 4) Uubcschvltenhcit. 5) Fester Wohn­sitz von wenigstens drei Jahren am Ort der Wahl und Heimaths- berechtigung daselbst. (Diese Bestimmung, vou der die Soldaten ausgenommen sind, schmeckt ganz nach dem vereinigten Landlage,)

Nimmt man dazu, daß die Wahl indüect und nach den bekannten drei Steuer­klassen vollzogen wird, so ergibt sich allerdings ein höchst conservatives, aber auch ein höchst unwahres Resultat. Aus einer so beschränkten Wahl geht keine wahre Volksrepräsentation hervor, nnd der Reichstag würde wie das Jnliparlament als ein fremdartiges Institut dem Volk gegeuüberstehn.

Die confervative Kraft des Ackerbaues.

Wer an' dem Rand der grünen Felder dahinschreitet und seineu Blick auf dem wogenden Meer der Halme hinanfglciten läßt, dem wird grade jetzt ein wnndcr- saines Gefühl von Nnhe uud Behagen kommen. Das Leben der Staaten scheint so krank, so trostlos, dagegen das Leben der Natur, welche der Mensch seinen Zwecken dienstbar gemacht hat, gerade jetzt so gesund, so vielvcrheißend. Die Periode der Frühliugssaaten ist vorbei, schon beginnt die schöne Zeit der Ernte, wo die Scholle des Ackers den Pflüger mit goldenem Dank bezahlt. Von der lustigen Hcnmath über die Halmerute bis zum Spätherbst, wo die pflegmatischcu Knollengewächse das Tageslicht kugeln, welch eine Mle von Ereignissen, wie gesetzmäßig siud ^ in ihrer Folge, und wie verständlich nnd nützlich für das Ganze ist jede dabei Nöthige Thätigkeit des Menschen. Der Kreislaus, welchen der Landwirth im Bunde