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Graf Stadion. I.
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Parlamentarische Thätigkeit lediglich auf den Einfluß, den er über die galizischen Abgeordneten ausübte. Diese guten Leute, größtentheils aus Bauern bestehend, die weder lesen noch schreiben konnten und bei ihrer Unkenntniß des Deutschen kein Wort von dem verstanden, was um sie her vorging, waren so trefflich von Stadion eingeschult, daß sie auf ein Zeichen von ihm bei jeder Abstimmung regel­mäßig wie Ein Mann aufstauden oder sitzen blieben. Einö der gelungensten Bil­der im Wiener Charivari stellte die galizischen Dcputirten vor mit Zügeln im Munde, deren Enden Stadion in seiner Hand hielt. Diese Depntirten die ihrer Kops­zahl nach beim Abstimmen immer ein großes Gewicht in die Wagschale legten bildeten mit ihrem Führer die sogenanntePartei der Stnmmen" im Reichstage, etwa den Wasserpolaken im frühern Parlamente zu Berlin vergleichbar.

Georg von Stratimirovic.

Georg von Stratimirovic ist der Sprößling einer berühmten slavischen Dy­nastenfamilie, welche in den ältesten Zeiten über Nagnsa und Cataro geherrscht hat, später aber, bald von den Venetianern, bald von den Türken gedrängt, ein Asyl in den schwarzen Bergen des freien Montenegro fand. Bon da wanderten die Stratimirovice theils nach Nußland aus, theils auf östreichischen Boden, wo im Süden von Ungarn eben damals lausende Serben unter ihrem Patriarchen Arsenius Cernvjevic sich eiue Heimath gründeten, von Kaiser Leopold I. unter Gewährleistung der wichtigsten Vorrechte gernfcn, das ungarische Reich vor den Türken zu schütze» ^IKttt). Der russischen Linie der Stratimirovice entsprossen vier rühmlich genannte Generale. Die östreichische Linie, welche zumeist in der Backa begütert ist, gebar jenen berühmten Erzbischof von Karlovic. Georg von Stratimirovic ist desselben würdigen Kirchenfnrsten Neffe und zu Kulpin, dem Hauptorte des gleichnamigen Stratimirovic'schen Familienguts, im Februar des Jahres l822 geboren. Er besuchte sehr frühzeitig das Karlvvicer serbische Gym­nasium, absvlvirte und wurde dann, kaum 14 Jahre alt, Zögling des anerkannt besten der östreichischen Militärinstitute, der k. k. Jngenienrakademie zu Wien. Nach Vollendung des letzten Knrsus erhielt er die Charge eines Premierlieutnants beim Hnsarenregimcnte Fürst Renß-Kostritz, welches damals in Italien garnisonirte. Wer die Plackereien des östreichischen Kriegsdienstes in Friedenszeit ans eigener Anschauung kennt, wird sich nicht darüber wuuderu, daß Stratimirovic nach ein­jähriger Dienstzeit auf unbestimmte Zeit Urlaub nahm und in seine Heimatt) Zurückging. Hier lernte er die reizvolle und liebenswürdige Tochter des reichen Gutsbesitzers Z. keimen. Sie sehen und lieben war eins, aber die Einwilligung