Beitrag 
Knicanin's Lager im Banat.
Seite
51
Einzelbild herunterladen
 

51

zu schmücken, seien sie auch von der heterogensten Art! Zu den malerischen Na­tionaltrachten denke man sich als Kopfbedeckung Husarenczakos, die runden Hüte der Mobilgarden von Bnda-Pesth, edelmännische Kalpaks oder Czapkos von- Uhlanen, oder zu den breiten Hosen, gestickten Westen, Waffengürteln und Shawls, Husaren-Dolmans mit Seide oder Gold verschnürt, weiße Uniformröcke von Miguel- oder Alexanderinfanterie, Honvedswaffenröcke, knrz, jedeS ordentliche Kleidungsstück, das in der feindlichen Armee vorkömmt, findet sich hier wieder in möglichst grotesker Zusammenstellung.

Die schon vorher aufgehobene Mannschaft wurde verdreifacht und gen Orlo- vat und BotoS gesendet und wir ritten in's Hauptquartier zurück. Vom Pferde absteigend warf ich meinen liebevollen Blick nach dem Küchenfeuer, das wieder lustig flackerte, am Bratspieße schmorte ein ebenbürtiges Seitenstück zum Iwrs ä'oeuvro der Mittagstafel.

Auswanderung und Colonifation im Inland.

Wenn die Schwalben kommen, erwacht in dem Menschen der Wandertrieb; wenn jene freudig das alte Nest begrüßen, wird es ihm, zu eng in dem wohnlichen Hause, zu düster in den alten Gassen, es locken tausend Boten ihn hinaus in die weite Ferue. Jetzt zumal, nach einem Winter, der in mancherlei Sorgen und Kümmernissen verlebt werden mußte, iu einem Frühjahr, das uns wenig Blumen bringen wird, sehen wir auf allen Straßen die Züge der Auswanderer, welche mit ihren Habseligkeiten den Seehäfen zu eilen, um hinüber zu ziehen in das freie, glückliche Amerika oder nach dem ewig grünen Festland des fünften Welttheils. Wehmulh ergreift den Menschenfreund, wenu er Abends auf dem Kai des Hafens 5 die guten Leute sieht, die aus dem Herzen Deutschlands gekommen, hier unw dem Masteuwald schon in einer ganz fremden Welt sich finden; stille Beklommen­heit ist über ihr ganzes Wesen gebreitet, ängstlich gedenkt die Mutter der langen Meerfahrt und erst wenn der Vater beginnt zu erzählen von den reichen Wundern der auserwählten neuen Heimath, beschwichtigt das schon hundertmal Gehörte das zagende Franenherz. Welche Vorstellungen werden da lant, welche mitleidswür­dige Einfalt der Phantasie und der Erwartnng gibt sich in solchen Familienunter­haltungen kuud! Kaum ein Dritttheil der Auswanderer nach Amerika hat einen Begriff von dem Wagestück des Unternehmens, kaum ein Zwanzigstel weiß, was es da drüben will und soll. Um so auffallender und merkwürdiger ist die Er­scheinung der massenhaften Auswanderung, welche von Jahr zu Jahr zunimmt.