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Aus Kremsier.
Ehe ich in die Klagen Hekuba's, als sie vom entweichenden Kiele Jlium in Rauch und Trümmer sinken sah, mit aller Resignation eines Politikers ausbreche, trete ich noch einmal vor das erzbischöfliche Palais, welches die Väter des Reiches, wenigstens des West- uud Nordreichcs von Oestreich mit jener Unsicherheit bewohnten, welche fürchtet, mit jedem Augenblicke in die unabsehbare Tiefe der Auflösung zu stürzen, wo es zweifelhaft ist, wer von den Nixen eines neuen Wahlgesetzes nach mehr monatlicher Ruhe wieder verklärt in die Höhe gehoben werden wird. Ich strecke die Arme prophetisch aus über die gesegneten Fluren: „Kremsier, du hast das Heil nicht erkannt, welches dir wiederfahren, du hast die Hände in den Schooß gelegt, in welche das Geschick und die Ehre der östreichischen Volksthümlichkeit gelegt ward! Du hast schnöden, eitlen Geldprofit gezogen aus unserer Schande! Und dn konntest so viel thnn!" — Sie glauben vielleicht, ich rede irre, wenn ich dem kleinen hanakischen Städtchen znmuthe, die Ehre Oestreichs zu retten, welche in Prag, Mailand, Wien, Pesth, Krakau, Lemberg und Klausenburg von verschiedenen Seiten nicht salvirt werden konnte! Aber ich stehe mit klarem unbeirrtem Verstand vor dem erzbischöflichen Palais in Kremsier. Unser Unglück war, daß der Reichstag fortgeführt wurde von Wien, ans der Nähe von Menschenwohnungen und Menschenherzen; in einer großen Stadt wäre Oestreich diese Schmach nicht wiederfahren. Und dn, unglückliches Nest Kremsier, du härtest dich wehren sollen gegen die Hicrherverlegnug des Reichstages! Du hättest die Wohnungsmiethe noch hundertmal höher steigern sollen, ja den Herren das Bier nnd Essen noch tausendfach schle.'tter bereiten sollen, als es ohnedies der Fall war; mittelst Luftzug uud rauchigen Oesen hättest du den Reichstag sammt dem Ministerium sprengen sollen, ehe dn das zugabst iu deinen Mauern!
Und nun, kaum mit dem Einpacken in Ordnung, dringt die Nachricht zu mir, von der schmählichen, alle Grenzen der Höflichkeit mit rohem Uebermuthe übertretende» Entlassung Ausbrennung des östreichischen constitutionellen Reichstages, welcher seit dem ersten Jänner an Ehre und Achtung gewann im Volke, durch die freisinnigen Männer mit allen Hoffnungen und mit Vertrauensadressen belohnt wurde! Der Reichstag ist von der Infanterie einiger Compagnien auf den Weg gebracht worden, nämlich auf den Heimweg ! Die Polizeidiener Kremsiers sind zu stolz, um den Herren in ihre Wohnung die Meldung zn bringen, mit den Plakaten nur an die Ecken getreten, haben ihnen die Nenigkeit wie jedem Handwerksbnrschen an die Ccke der Straße gehängt und wie auf der Fnchsprelle hat man den gejagten Mitgliedern der Linken den Rauch angefacht, um sie zu erwischen in erster