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wird ausgesagt, er sei ein Mann ersten Ranges; wir haben nichts dagegen, denn wir müssen den Leuten, die es sagen, ein besseres Urtheil über ihn zutrauen, als uns selber, weil sie vielmehr Gelegenheit haben, mit ihm umzugehen, als uns geboten wird; aber wir haben keine Freude daran. Wir sind froh, daß er nachher gut versorgt wird, aber wir finden keine sittliche Befriedigung. Er hat Sidonien entsagt, weil — sie ihn aufgab, er kehrt zu Agnes zurück, weil eben keine andere bei der Hand war. Um so besser für das gute Kind.
Die Revolutionskiiche in Wien.
(Von einem Wiener.)
II.
Die Reichstagsdevutirten beim „utils <Z»Ici."
Die Neichsversammlung war in Wien zusammengetreten. Die Parteien hatten sich vorerst nach Nationalitäten gesondert und in dieser Sonderstellung waren dieselben, wie bekannt, zum größten Unglück und Ruin der Aufgabe, welche dem con- stituirenden Reichstage für Oestreich beschicken war, bis auf die ueneste Zeit verblieben. Es war natürlich, daß sich diese Parteien auch verschiedene Lvcalitäten zu ihren Zusammeukünsten wählten. Die deutschen Abgeordneten der Linken (grvß- teuthcils Böhmen) speisten und clubbirteu im „Matschakerhofe" iu der Spiegelgasse. Die Polen und Czechen hatten zwar ihre besonderen Clubsäle, beide Parteien kamen aber nach den Sitzungen zum rothen Igel, um dort in zwei verschiedenen Zimmern bei Braten und Wein ihre Opcrativnspläne en i'iunillv zu besprechen.
Wer damals zum „Igel" kam, konnte dort so ziemlich alle bedeutenden Männer der verschiedenen Parteien kennen lernen. Selbst das Ministerium Doblhoff hatte dort seine Repräsentanten. Herr Hornbostl, ein junger schmächtiger Mann mit einer kühuen Adlernase, langem braunem Scheitelhaar und röthlichem Bart, vor seinem Eintritt in das Ministerium Präsident des Gemeindeausschusses, deli- berirte während der zweitägigen Krise, in welcher Doblhoff sein Ministerium zu Staude zu bringen suchte, sehr viel mit seinen Freunden im „rothen Igel", ob er das ihm angebotene Portefeuille annehmeu solle oder nicht. Die Gesinnungstüchtigkeit und Bescheidenheit dieses Wiener Bürgers drückte sich am besten in der Autwort aus, welche er damals einem jungen Freunde gab, als ihn dieser fragte, „warum er nicht sür eine Deputirtenstelle im Reichstage kandidirt habe, da ihm dies doch in seinem Wahlbezirke und überhaupt in der Hauptstadt so leicht gewesen wäre." „Offen gestanden," sagte Hornbostl, „ich habe mir nicht die nöthi-