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Frankfurter Fata Morgana im Czechenlande.
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Es ragen nun auch hier in Böhmen schon mehre Klammern hervor, welche daS zerfallsüchtigc Oestreich fassen wollen. Das Ministerium hat die unmittelbare Verbin- dung mit den Krcischefs vorgezogen nnd will Böhmen in fünf politische Theile zer­legen. Es wird die Einheit der Armee mit deutschem Commando nicht hergeben, ja es hat sogar den Fenerbrand nach Prag zu werfen versucht, daß auch die czechische Nationalgarde Prags das deutsche Commaudo, nämlich das der Armee, annehmen solle.

Ein solches Ministerium muß Muth haben und kann nur mit Schrecken in Böhmen genannt wcrdcu. Und nuu kaun einem solchen Ministerium nur noch der Plan zuge- muthct werden, auch die Landtage gar nicht bestcheu zu lassen, sondern ein Reichspar- lamcnt durch geeignete Mittel nud Wege zu errichten, auf welchem dann die Deutschen, Polen, Magyaren, Wallachen nnd Wälscheu gegen die übrigen slavischen Ideen sich sträuben werden und endlich darf dieses Oestreich nnr den Wuusch aussprechen was dem Ministerium mit der aufgezählten Ncichstagspartie zugemuthet werden darf mit seiner ganzen Macht in den deutschen Bund zu treten und wir haben die Er- fülluug aller Frankfurter Anzeichen da, welche uusern Schlaf stören nnd die Glieder allarmiren. IN.

G. Catlin's Auch:

Ueber die Indianer Nordamerikas

nnd ein indianisches Duell.

Ein vielbesprochncs englisches Prachtwcrk erscheint in deutscher Uebcrsetznng; ob­gleich bescheidener als das theure Original, doch noch in stattlichem Folio mit sorgfältig illuminirten Bildern, welche nach Gemälden des amerikanischen Verfassers gemacht sind.

Catlin war ein junger Amerikaner. Von seinem Vater zur Advokatur bestimmt, wurde er durch seine lebhafte Phantasie zur Malerei und bald darauf mit Pinsel und Pallete nnter die Indianer des Westens getrieben. Vom Jahr 1832 schweifte er acht Jahre lang an den Grenzen europäischer Anflediungcn und jenseit derselben nmher, als Jäger, Freund und Maler seiner rothen Freunde. In dieser Zeit hatte er aller­dings Gelegenheit viel von indianischem Leben kennen zu lernen. Es sehlt ihm an Manchem, was wir gelehrte Deutsche bei einem Reisenden ungern vermissen, an gründ­licher wissenschaftlicher Bildung, besonders ethnographischen nnd naturwissenschaftlichen Vorkcuutnisseu, auch gibt er selbst zu, daß er warmer Partcimann und Enthusiast für die Indianer sei, und mag in warmherziger Theilnahme oft dunkle Stellen mit Hellem Pinsel überfahren haben; dagegen hat er anch die Vorzüge einer amerikanischen Natur uud die ciues Malers. Er weiß gut und genau zu sehen und sich verständig und praktisch in Vieles zu schicke». Sein Buch ist kein systematisches Werk, es ist eine leichte Reiscbeschrcibuug, zwanglos, zuweilen planlos, wie seine Fahrten, sein Geplau- der ist manchmal breit, oft sehr spannend, in Ton nnd Stil ergötzlich. Wer je snr Coopcrs Romane geschwärmt, wem je der Untergang der rothen Männer, welche schnell gen Sonueuuutcrgang hiu zu den Schatten ihrer Väter schwinden" tragisch ergriffen hat, der komme heran, snr ihn ist dieses Buch. Eine große Anzahl In­dianer Stämme werden in ihren Eigenthümlichkeiten geschildert, das wilde Prairic- lcben rollt sich mit all seinem Zauber auf, Jagden, Kriegszüge. Spiele, Tänze, Sit­ten. Heldenpersönlichkeiten ziehen in bunter Reihe an uns vorüber und die getreuen Abbildungen der Indianer in ihrem wunderlichen Schmuck, bei ihren Jagden, Tänzen, Fahrten werden nicht wenig dazn dienen, die Phantasie des Lesers zu bestechen nnd zn corrigiren. Wir wissen nicht, wie es um den Kunstwcrth von Catlin's Ori- ginalgemälden steht, eius aber können wir auch aus den sichtlich sorgfältigen Nachbil­dungen erkennen, daß die productive Phantasie des Menschen viel leichter das Seelen-