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Rückblick auf das Jahr 1848.
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Rückblick auf das Jahr

Die Blätter falle» von den Bäumen, die imVöll'erfrühliug" mit der wun­derbaren Gewalt einer Treibhauspflanze zu sprossen begannen, aber es will kein rechter Winter kommen. Die Stämme stehen kahl und schauern, noch hat die Axt, die sie für die deutsche Flotte fällen sollte, ihre Rinde nicht berührt. Die Wege sind schmutzig, ein trüber Nebel breitet sich schwer auf Berg und Thal, man hört Tritte auf den Straßen und erkennt den Frennd nicht mehr, der schat- tenglcich, laugsam und schweigend, vvrüberschleicht. Die Lichter aus der Stadt schimmern in röthlicher Dämmerung, wie aus weiter Ferne, herüber. Schläfrig und heiser klingen die Glocken; sie läuten nicht zum Sturm, sie verrichten ihr gewohntes Geschäft, man hört sie halb verwundert und folgt ihnen nicht mehr. Der alte und der nene Glaube, sie haben sich einander aufgehoben, uud wie Nachtwandler tappen die Menschen unbestimmte» Regungen nach, selbst zum Zwei­fel scheint ihnen der Muth zu gebrechen.

Eiu leises, aber verdrießliches Fieber schüttelt unsere Glieder, der Kopf ist schwer, die Augeu umflort. Das Alter kommt über Nacht. Wie schön war der Morgentraum! Elastische Jugend dehnte die Sehucn, in blitzender Rüstung, die goldue Fahne hoch in den Lüfteu, getragen von üppiger SiegeSlust, sprengten wir einem eingebildeten Feinde entgegen, er zerwehte vor dem glühenden Hauch un­seres Muthes, dessen Erzeugniß er war, und schöne Arme breiteten sich aus, uns zu umfangen, unser Hanpt mit leicht gewonnenem Lorbeer zu kränzen. Wie Eg- mont, fahren wir aus unserem Schlafe auf; noch tlingeu einzelne Accorde, noch hüllt die gedämpfte Trommel in unser Ohr; wir lauscheu, wir suchen nach dem Sinn der Weise, die uns bekannt nnd doch wieder fremd vorkommt: ach es ist ein christliches Sterbelied:Nun laßt Ans den Leib begraben!" und wenn uns plötzlich eiu Spiegel unser eigenes Antlitz zeigte, gefurcht vou Sorgeu und ge­bleicht uud ermüdet selbst von Hoffnungen wir würden zuletzt ungewiß sein, ob es nicht etwa uns selber gilt.

Es kommt im Traume vor, daß wir plötzlich, mitten nnter dem ChaoS von Abenteuern, in die wir uns verstrickt sühlcn, von der Reflexion überrascht werden, daß wir träumen. In einem schnellen, blendenden, aber rasch vorübergehenden

GrcnMe». I. ISii». 1,