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Tagebuch.
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167
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T a g e b u rh.

i.

Äus Paris.

Man hat bisher an der politischen Kapacität Cavaignac's gezweifelt und ihm nur Feldherrntalent zugeschrieben. Beobachtet man seine bisherige Verwaltungsmcisc aber genauer, so wird man finden, daß er die Regierung geschickt zu handhaben versteht. Eine brutale Anwendung des Kriegsgesetzes würde ihn in dem immerhin liberalen Frank­reich, wo man so viel auf die Form gibt, bald gestürzt haben; er läßt die Masse deshalb den Kriegszustand so wenig als möglich suhlen und wendet die Strenge des Krieqs- gesetzes nur nach den Richtungen hin an, von denen her die ihm nothwendig scheinende diktatorische Gewalt bedroht werden konnte. Während in der Stadt äußerlich kaum noch eine Spur vom Kricgszustande zu finden ist, wird die Presse mit Argusaugen bewacht und Garantien unterworfen, denen der größere Tbeil der seit dem Februar erschienenen Journale nicht nachkommen kann. Emil v. Girardin. der nun endlich auf freien Fuß gesetzt worden ist, scheint eben so sehr ein Opfer der Vorsicht Cavaignac's, wie der Privatrache seiner Feinde gewesen zu seiu und die vorläufige Vertheidigung, die er so eben in der belgischenJndevendance" hat erscheinen lassen, bezeichnet den National mit seiner Partei als diesen Feind. Unerklärlich ist die Strenge, mit welcher Girardin behandelt wurde, allerdings, man hat ihn eine Zeit lang in ein unterirdisches fenchtes Gewölbe gesperrt und ihm nicht den mindesten Verkehr, sogar nicht einmal die Lectüre von Journalen gestattet. Die übrigens sehr matte Vertheidigung verräth die aristokratische Natur Girardin's, die nicht umhin kann, den Charakter seiner Mitgefan­genen zu verdächtigen. Es ist ihm nicht zu verdenken, daß ihm die Nohhcit dieser Menschen zuwider war, aber in dieser hätte er eben zum Tbcil auch ihre Entschuldigung sehen sollen. Statt dessen benutzt er seine Schilderung des BcstrafungssystcmS unserer Gesellschaft nur zu einer Apologie der früher von ihm gemachten Vorschläge zur Ver­besserung desselben. An der Conciergerie. in der er gefangen saß, war ich neulich Zeuge einer erschütternden Scene, die mir zugleich die Ueberzeugung gab, daß die dort Ge- sangeuen nicht aus lauter verdächtigen Personen bestehen, wie eine gereizte Partei dies S^» glauben machen möchte. An einem Ncbeneingange in die Gefängnisse stand näm- nch zur Essenszeit eine ansehnliche Masse von Weibern und Mädchen, beladen mit Kör­ben ^^,,,^^1, Wäsche und sonstigen ärmlichen Mitteln, das harte LooS der Gefan- genschast zu erleichtern. Hagere, blasse, meist sauber gekleidete Gestalte», die in der Erwartung über die Säbelbrücke einer Militärbehörde gehen zu müssen, Toilette gemacht zu haben schienen, falsche Thräncnröthe auf den Gesichtern, vor die die mageren Hände

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