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Die Kunst, ein dauerhafter Minister zu werden.
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tritt, in einen Mantel oder Ueberwnrf gehüllt, herein, er läßt im rechten Augen­blick leise den Vorstand nm'S Wort bitten. Er erhält es, er steigt auf die Tri­bune, der Mantel fällt kräftig von seinen Schultern. Dies ist einer der dank­barsten ministeriellen Momente, welche es gibt, aber er verlangt tiefes Studium. Der Minister hat die Heldenarbeit, die feindliche Verbindung zu überzeugen, daß sie sich freiwillig zum Wohl des Vaterlandes auflösen muffe, er selbst sei gekommen, sie darum zu bitten u. f. w. Möglich, daß ihn Eiuer erschießt und ihm dadurch auf brutale Weise den dramatischen Effect verdirbt, doch wen» es Deutsche sind, mit denen er verhandelt, so ist das kaum möglich, wahrscheinlich aber, daß seine Rede, seine ehrenhafte Kühnheit, die Ueberraschung des Momentes sie so weit bringen, daß sie sich seinem Willen fügen. Diese Action hat übrigens für den Minister außerdem, daß sie ihm Gelegenheit gibt, eine impouirende Ucberraschnngs- scene zu spieleu, noch ein Interesse; er kann in ihr merken, ob er von dem Stoff ist, aus dem sich die Zeit ihre großen Männer meißelt.

Wer aber das Zeug hat, einen Staatsmann auö sich zn macheu, der versuche diese Recepte, und er wird sie untrüglich finde», sie garautireu ihm Dauer und Kraft. Außerdem kommt es freilich noch auf eine Kleinigkeit an, ob der Herr nur ein intrignanter Schuft oder von echtem Metall ist; auch im ersteren Fall wird er die Herrschaft erringen, aber es kann ihm vielleicht begegnen, daß er noch vor seinem Tode das Unglück hat, durch Voltsjustiz gehängt zn werden.

Im zweiten Fall wird man ihm Statuen setzen und sein Andenken segneu. .

Mstte

Ghatemlbriand und seine Zeit.

Chateaubriand's Tod ist in der Unruhe unserer Tage ziemlich unbeachtet vor­übergegangen, man hat die Notabilitäten aufgezählt, die sich seinem Leichenznge anschlössen, und ibn dann mit ein Paar Worten flüchtigen Bedauerns oder mit den currenten Höflichkeitsformeln entlassen. Wir sind in Deutschland soweit ge­kommen, uns öffentlicher Charaktere zu rühmen; bei del Vecchiv und was sonst auf Fashion Anspruch macht, hängen die Portraits auö der Paulskirche und der Siugacademie, und über der Nengier, was wird Robert Blum morgen für neue reactionäre Verräthereien entdeckt haben, haben wir keine Zeit, uns nach gestern und vorgestern umzusehen, und die halb schon verblichenen Skizzen unserer Erin­nerung zu einem Gemälde auszuführen. Wir begraben unsere Todten und fer­tigen sie mit einem einfachen Kreuze ab, denn die Pflichten des Augenblicks ab-