Beitrag 
Düsseldorfer Ateliers.
Seite
101
Einzelbild herunterladen
 

Düsseldorfer Ateliers.

Neue Richtung ter Düsseldorfer Mcil-rsckmlc. Zwei HauSandachten. Schrvdter und H^s!nrle'.'er, Auerbach'S Kcllcr. Die Amduiig Mose»,

Dichter und ihre Gesellen leben in ewigem Streite mit der Welt und sich selber. Diesen keineswegs neuen Satz wolle» wir bente einmal znr Abwechslung ans die Gesellen allein anwenden, sofern es nns gestattet, «ut> titnln die Künst­ler zu verstehen. Unser Einer hat seine besondere Freude daran, diesem Gesel­lenverkehr von Zeit zu Zeit zuzuschauen, wär's auch nur, um einmal, recht zeit­gemäß gesagt, ihre Tendenzen zn verfolgen. Da finden wir denn nicht selten die heiteren Arbeiter der freien Kunst in sehr ernstem Nachdenken bei der Mappe, brütend über den Gegenstand ihres zu beginnenden Gemäldes. Eines Ver­legers Verlegenheit kann nicht größer sein, als die ihrige, wenn die Frage abgehandelt wird:zieht eS, oder nicht?"Der Zug des Herzens ist des Schick­sals Stimme" sagt scherzend ein Genremaler, ich nehme diese Komposition. Bist du toll, ruft sein Freuud dagegen ciue Liebcsscene willst du malen? Hast

du die ewigen Jeremiaden über die Süßigkeit unsrer Bilder vergessen? -..... Ja,

aber mir gefällt sie selbst am besten! Nichts da, du kannst dich selbst nicht beurtheilen! Ja aber was denn?

Eine sehr wichtige Frage ist das allerdings. Jeder Künstler hat bittere Er­fahrungen über verfehlte Produete gemacht; wie oft war die Arbeit eines ganzen Jahres vergebens! Zudem schweben ihm in der schweren Stunde der Entschei­dung alle stereotypen Redensarten der Kritik als Damoklesschwerter über dem Haupte.Es riecht nach der Schule", oderdas Motiv ist abgenutzt" oder wiederum die alte Gefühlsschwabbelei" u. s. w. Wer iu solchen Augenblicken Göthe'S Worte:

Willst du immer weiter schweifen, Sieh, das Schöne liegt so nah!

verstehen könnte!

Erinnern Sie sich, geehrter Herr Redacteur, daß wir vor zwei Jahren beim Rnndgang durch die hiesigen Werkstätten das Thema abhandelten, daß Sie da­mals bedauerten, keinen tüchtigen Fortschritt der Schule zu finden? Nun, hcnte lassen Sie mir das Vergnügen, Ihnen den Beweis vom Gegentheil an' einem

1848. !, Bd> >.