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Aus Wien.
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Damnatur aittl.wdischer Zeitungen. — Neue Blätter. — Fürst Lambcrg und die Ungarn. — Wiener Zeitung. — Der verbannte Witz. — Freitag'« „Valentine."
Gegen das neue Jahr hört man in gebildeten Kreisen oft die Frage sich erheben, welche ausländische Zeitungen werden uns — verboten werden? Man fragt natürlich, um zu wissen, ans welche man zu pränumerircn haben wird. Diesmal trifft nebst den Grenzboten (die sich zu ihrem geistigen Vortheile schon seit Jahren in dieser glücklichen Lage befinden), das vollständigste Anathcm auch die Breslaucr, Bremer und Weser- Zeitung. — Der Versuch, einige schweizerische und römische Zeitungen zu halten, mißglückte ebenfalls. Sie sehen also, Rom ist in Wien verdächtig. Welche Verkehrtheit der Verhältnisse! Lange hat kein Artikel in der Augsburger Allg. Zeitung so viel Sensation gemacht, als jeuer, der uns verkündete, daß in Baicrn Preßfrciheit sür innere Angelegenheiten sei—während am folgenden Tage ein zweiter Artikel meldete, daß dem Fürsten Lamberg wegen seines Antrags auf Erleichterung der Preßvcrhältnisse ein Verweis dccretirt wurde. Dies widerfährt den böhmischen Ständen, während die ungarischen selbst die der Regierungspartei auf Preßfrciheit ungestraft antragen dürfen, und diese sogar im Vergleiche mit unserer deutsch-österreichischen Presse fast befchen, da die in ungarischer Sprache mir vorliegenden Zeitungen so Manches iu einem Tone halten, wie sich ihn mir die Franzosen erlauben dmfen. In um so grellerem Widerspruche stehen die deutschen Zeitungen in Ungarn zu ihnen. In Wien haben wir, wie nns die Ankündigungen melden, zwei neue Zeitungen zn erwarten, eine italienische „il puli^i-u^x»" und eine deutsche Damcnzcitung; jcne von einem gewissen Noscnthal, einem prosclytenmachcn- den Konvertiten, diese von dem Literatcn Dr. Hcrrmann Mcyncrt rcdigirt. Die von Dr. Schmidl rcdigirten österreichischen Litcraturblattcr, die von Staatswegcn 180V Fl. C.-M, Unterstützung genießen, und weder Genußreiches uoch Bclchrcndcs bieten, müssen an einen andern Redacteur übergehe», weil der jetzige zum Aktuar der Akademie der Wissenschaft gewählt worden ist, so sehr sträubt sich die Majorität iu derselben gegen alle mögliche Ocffentlichkeit. Die Akademie der Wissenschaften, die bis jetzt nur dazu diente, einzelne Männer, die zeither für einigermaßen freisinnig gehalten wurden, durch ihre nun geäußerte Gcsiuuung ihrer Glorie zn berauben, scheint in diesem Sinne sehr gut daran zu thun, die Ocffentlichkeit zu scheuen. Während alle Reglemcntftagen bereits ihre Erledigung gefunden haben, ist die wichtigste, wegen der Censur, uoch unentschieden j»i8. >. Bd. - 5