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Deutschland im Jahr 1847.
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Deutschland im Jahr

Ein Jahr ist wieder in unserer deutschen Geschichte beendet, ein Jahr, in dem gar Vieles vorbereitet, gar manches erfreuliche Saamenkorn gesäet, ja auch Eini­ges geerndtet wurde. Blicken wir mit ruhig prüfendem Blick noch einmal auf diesen nun beendeten Zeitabschnitt zurück!

Mit düstereil Wolken war Deutschlands, ja fast ganz Europa's Horizont beim Beginn des nun geschiedenen Jahres überzogen, Huugcr und Noth herrschte fast in allen Gauen des weiten Vaterlandes. Wohin das Auge sich auch wendete, fast überall sah es tiefes Elend, sah fleißige Menschen, die gerne arbeiten wollten, aber es nicht konnten. Schafft Brot, oder unsere Armen verhungern, oder plündern aus wilder Verzweiflung unser Eigenthum, scholl es von allen Seiten. Die Re­gierungen zitterten vor einem gewaltsamen Ausbruch des Proletariats und mühten sich ab, wenigstens das Nothdürftigste an Lebensmitteln zu schaffen; selbst der hartherzigste Geiz opferte einen kleinen Theil seines Ueberflusses, aus der nicht ungegründeten Furcht, sonst vielleicht durch wilden Raub Alles zu verlieren. So wurde denn, oft nur mit großer Mühe, wenigstens dein gänzlichen Hungertode Vie­ler vorgebeugt. In seiuer ganzen Weite zeigte sich aber bei dieser Gelegenheit der tiefe Riß, der durch unser ganzes sociales Gebäude geht, und dasselbe über kurz oder lang zu zerstören droht, der immer steigende Reichthum, immer sich meh­rende Luxus auf der einen, die immer zunehmende Armuth, immer größere Noth, verbunden mit immer wachsendem geistigen Bewußtsein dieses Zustandes, auf der anderen Seite. Mühsam verhüllen wir diesen schrecklichen Abgrund noch immer, aber wenn uns, wie im vorigen Jahr, der deckende Schleier theilweise gelüstet wird, dann kann uns Sorge für unsere und unserer Nachkommen Zukunft wohl mit Recht erfüllen und es wird uns als heilige Pflicht erscheinen, Alles, was in un­seren Kräften liegt, zur Abwehr dieses Uebels beizutragen. Doch wir wollen uns hier von diesem trüben, schon so oft besprochenen Thema abwenden, und zu den wichtigsten Begebenheiten der einzelnen Bnndesstaaten übergehen.

Gleich in den ersten Tagen des neuen Jahres wurden Würtembergs vereinte Landstände zu eiuem außerordeutlichen Landtage, der ungefähr sechs Wochen dauerte, zusammen berufen. Wenn auch hauptsächlich die nöthigen Maaßregeln wegen des