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Die Krisis in Preußen.
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Die Krisis in Preußen.

Als die Nachricht von den in Frankfurt gegen die Abgeordneten der deutschen Nation verübten Schandthaten sich verbreitete, sagten wir voraus, daß es jetzt mit der Reaction, die bis dahin nur in den Köpfen der Nadicalen als Gespen­sterfurcht oder als Sehnsucht uach einem greifbaren Objekt gespukt hatte, bitterer Ernst werden würde. Wir erklärten damals unsern Vorsatz, den Versuch, uns in die alten Zustände zurückzuführen, ebenso ernstlich bekämpfen zu wollen, als wir es bisher mit dem Uebermuth unserer Radikalen, die Revolution ins Blaue hinein fortzusetzen, gethan hatten. Es ist jetzt so weit gekommen. Die Reaction, oder bestimmter ausgedrückt, die Contrerevolution hat in Wien gesiegt, in Berlin hat sie den Kampf eröffnet. Wir fühlen die Verpflichtung, unsere Stellung dieser neuen Phase gegenüber ebenso unumwunden ausznsprechen, als früher unsern Ge­gensatz gegen den Radikalismus. Wir haben mit den Bummlern, die Shake­speares Volksscenen ins Leben übersetzten und die Berechtigung eines Coriolan außer Frage stellten, keinen Augenblick geliebäugelt, wir werden es auch nicht mit Cäsar und seinen Prätoricmern.

Die Ereignisse in Wien waren vorauszusehen. Der Knoten war so verwickelt, daß nur das Schwert ihn zerhauen konnte. In Preußen ist es anders; und wenn wir die Abneigung der preußischen Regierung gegen die bisherigen Zustände voll­kommen theilen, so können wir uns mit ihrem Mittel, ihnen ein Ende zu machen, keineswegs einverstanden erklären. Pferdekuren wendet ein gescheuter Arzt nur in verzweifelten Fällen an, und so verzweifelt stand es in Berlin noch auf keine Weise.

Der Gedanke der Contrerevolution allein schreckt uns nicht. Die Revolution ist ein Uebel, aber man kann sie nicht immer vermeiden; wo jeder gesetzliche Weg verschlossen ist, gebraucht man zuletzt die Fäuste. Mit der Contrerevolution ist es ebenso. Hätte zu den Zeiten Robespierre's ein Napoleon oder auch Dumou- riez oder wer sonst, den Convent gesprengt, und durch die zunächst eintretende Ordnung der ferneren gesetzlichen Entwickelung den Weg gebahnt, so hätte Frank­reich ihm Dank gewußt; denn wenn eine Horde Wahnsinniger mit absoluter Macht­vollkommenheit einen Staat regiert, so hat ein Jeder, der die Macht besitzt, nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, sie auseinander zu treiben. Man wird mir freilich einwenden, es sei alsdann der subjektiven Einsicht anheimgestellt, den Wahnsinn der herrschenden Atriden zu constatiren, und es mag so sein, wenn man mir nur die Objectivität des Unterschieds zwischen Wahnsinn und Vernunft zu­gesteht. Das Urtheil, ob man recht erkannt, spricht die Geschichte, oder wenn