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Aus Jena.
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Aus Jena

Die sporadischen Zuckungen revolutionärer Zustände, von denen wir fortwährend in den Zeitungen lesen, haben nns in den letzten Tagen unmittelbar berührt. Ich erzähle Ihnen diese Vorgänge, weil ich glanbe, daß eine richtige Darstellung derselben im Interesse der Partei der Ordnung liegt. 1) Damit man sich von den Gefahren der thüringischen Verhältnisse keine übertriebene Vorstellung mache; 2) um den Heuchlern der Gesetzlichkeit entgegen zu treten, welche auch bei dieser Gelegenheit behaupten werden, die militärischen Maßregeln des Reichsministeriums seien un­nöthig und willkürlich; 3) habe ich auch den Gesichtspunkt, daß die Grenzboten unter Ihren Lesern ängstliche Väter zählen, die in dem Fall sind, ihre Söhne nächstes Semester auf die Universität zu senden. Diese möchte ich beruhigen, da­mit sie sich nicht etwa veranlaßt fühlen, ihre Söhne von dem Besuche unserer mit Recht beliebten Universität abzuhalten.

Das liebe Thüringen steht in dem Rufe, nächst Baden und Altenburg das am meisten unterwühlte Laud zu sein. Das Hauptquartier der Wühler war unser Jena, als die Residenz ihrer Führer, eines Dr. Lafaurie und zweier clii mim,- rnin Pentium, Beide Kandidaten der Theologie. Lafaurie, geborner Hamburger, von französischen Eltern stammend, communistischer Literat, ließ sich vor zwei Jah­ren nach mancherlei Kreuz - und Querzügen, auch durch Frankreich in Jena nieder. Ein höchst einseitiges Naturell, abstracten dogmatischen Vorstellungen unbedingt verfallen. Die einzige Idee, die ihn früher mit der Nohheit des blindesten Dog­matismus beherrschte, war die sociale. Sie äußerte sich bei ihm, wie bei den meisten Geistern dieser Art, blos negativ als Haß gegen die Wirklichkeit. Diese sterile, einer positiven Untersuchung und Analyse überall unfähige Negation nannte er Kritik. Er wollte keinen Staat, sondern etwas Fnnkelncigelnenes; denn der Staat sei nur ein Mittel zur Herrschast einer uuterdrückenden Klasse über eiue unter­drückte. Der ganze Inhalt dieser Kritik war das Wort der fliegenden Blätter: 's muß annerscht währe." Von einer organisirendeu Idee keine Spur. Seit der Revolution wurde Lafaurie, wie die meisten seiner Gesinnungsgenossen, Republi­kaner. Die Republik ist zwar auch ein Staat, aber das war nicht zu vermeiden, wenn man nicht völlig überflüssig werden wollte. Er machte nun Propaganda für die Republik zunächst durch Stiftung eines sogenannten demokratischen Vereins in

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