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Die Professorenversammlung zu Jena : vom 21. bis 24. September.
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die Debatte schief ging, und da das Beispiel von Unberufenen und zuletzt von Allen nachgeahmt wnrde, so wirkte es schädlich.

Thiersch ist ein alter Herr mit weißem Haar und blühend rothem Greisen- gesicht. Von seinen Sieden ist nichts zu sagen. Blaues Pathos ohne Inhalt. Als Merkwürdigkeit erwähne ich noch v. Rings eis, den bekannten Mediciner, der seine Wissenschaft christianisirt, von Feuerbach einst zu hart: Hippokrates in der Pfaffenkutte, gescholten. Er ist ein wohlwollender alter Herr mit einer unbeschreib­lichen Physiognomie.

Nun noch ein Wort von den Wienern. Sie waren die Schooßkinder der Versammlung. Wenn die Debatte geschlossen wnrde, verlangte man immer außer der Reiheusolge noch einen Wiener zn hören. Man erfreute sich an ihrem Dia­lekt und behandelte sie wie Wilde oder Naturkinder. Sie erwiderten diese Zärt­lichkeit, indem sie auf alle Weise ihre Liebe zu Deutschland an den Tag legten. Sie sprachen nicht von östreichischen, sondern von östreichisch-deutschen Universi­täten. Die hervorragendsten von ihnen waren v. H y e, ein äußerst seiner, gebil­deter, und, wie es scheint, auch tenntuißrcichcr Mann; der bekannte Chemiker Endlicher, ein liebenswürdiger alter Herr; v. Lcrch, Decan der medicinischen Facultät, ein ganz junger Mann, der sich dnrch die Weitschweifigkeit und Jnhalt- losigkeit seiner Reden auszeichnete, in dem Grade, daß er sogar die ihm als Wie­ner so sehr entgegenkommende Gunst der Versammlung verscherzte; endlich Schei­ner, katholischer freisinniger Theolog, ein Mann von der würdigsten und einneh­mendsten Humanität. Er brachte großen Eindruck hervor durch eiuen Toast im Lapidarstyl: Meine Herrn! Ein Oestreicher in Ihrer Mitte und ein katholischer Geistlicher! Soll ich Ihnen das deuten? Ein einiges Deutschland in Staat und Kirche!

T h e a t er - I n d e n.

Wir erlebten vor einigen Tagen in Leipzig das seltsame Schauspiel, daß der Kaufmann von Venedig so gut wie ausgezischt wurde. An dem Spiel lag es nicht; die Darstellung des Shylock war vortrefflich, in den Hauptscenen geradezu glänzend zu nennen. Die andern Schauspieler thaten das Ihrige, und waren wenigstens nicht schlechter als nöthig. Es lag am Stück. Einerseits ist es nicht angebracht, während der Messe Juden zn spielen, dann kann man aber auch wohl, ohne Shakespeare nahe treten zn wollen, zugestehn, daß der Kaufmann von Vene­dig in seiner gegenwärtigen Fassung unserer Bühne nicht mehr entspricht. Die