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Tagebuch.
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T a g e t, u eh.

i.

Kus dem Versailles in der Mark!

/ , Versailles in der Mark! Ein K,»il.Iu;wn nriums? Schwerlich, nachdem das eigentliche Versailles in der Geschichte wiederholt seine Aburtheilung fand, aber doch ein Epitheton und vielleicht ein bezeichnenderes als die Oase der Mark.

Sie wissen, wovon ich spreche; von der stillen Stadt an der schönen tiefblauen Havel, mit ihren schattigen orangendustcndcn Gärten, wo sich aus dunklen Baumalleen die weißen Marmorbilder erheben und im bleichen Mondcsschimmcr die hohen Wasser plätschern, wo die Romantik aus allen Zweigen lugt, und ihr liebster Dichter, ein greiser Hosrath, mit der welken Schönheit heimlich noch immer coqucttirt.

Seit dem 1.8. März ist es hier noch romantischer denn früher geworden, und un­ser Versailles completirt sich von Tag zu Tag. Die mittelalterliche Pickelhaube ist häufiger zu sehen, eine Zeit lang hatten wir das Glück, die Bataillone, welche die Hauptstadt cmsgcstoßeu, in edler Gastfreuudschast zu beherberge«. Der hohe Adel ver­läßt schaarenweisc Berlin, wo soll er anders hin, als in die Stadt der treuen Gar­den, wo der Beamte des alten Systems mit dem Kamerad Hand in Hand geht, wenn beide anch eben nicht ihr Jahrhundert in die Schranken fordern. Die Logis werden theurer und seltener ; aber man schränkt sich ein, man lebt «>ni«icl m6mo, und muß sich accommodiren.

Das Blut steigt Euch in die Adern, wenn Ihr diese Clique auf den Promenaden seht, mit dem ewigen Lächeln auf dem Antlitz, die Windhunde nnd die Lieutenants im Gefolge, die Tagesereignisse mit einem Anfinge von Humor bespöttelnd. Wenn sich so alte Bekannte aus Berlin auf den Straßen treffen, so ist die Fronde unendlich, denn die gute Gesellschaft wird immer sicherer; und so können sich jene Herrschaften unge­störter ihren Plänen überlassen, wonach das Alles, wie es jetzt ist, doch ein Ende finden wird nnd muß, da sie es nicht gemacht haben.

Mit Recht! Potsdam ist die Essenz der Reaction nnd in Hintcr-Pvmmern können die schwarzen und weißen Fahnen, der Wahlspruchmit Gott für König nnd Vater­land" keine treueren Anhänger haben; nicht als ob ich diesen Emblemen und Wahlsprü­chen überhaupt die Reaction zumessen wollte, ich vindicire es blos den aus ihnen fließenden Konsequenzen. Diese finden aber hier ihr bestes Terrain. Ruhig kann die feudale Welt ihnen huldigen, denn sie findet Unterstützung in allen Schichten unserer Gesellschaft, im Bürger, unter denen fast der dritte immer ein Hoflieferant ist, in der niederen Volksklasse, die bewundernd die Tressen der Unteroffiziere anstaunt nnd eine