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Eine Friedenspredigt.
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Gine Friedenspredigt.

Während man in den civilisirten Ländern allmälig die Ueberzeugung gewon­nen hat, daß nur die Unvernunft die Völker in den Krieg geführt hat, scheint sich Deutschland plötzlich in ein abstraktes Kriegslager verwandelt zu haben, in welchem die neumodischen Agaxe mit wüthenden Bocksprüngen aller Welt das Schwert entgegenstrecken, ohne Unterschied des Standes und der Person.

Georg Herwegh schrieb vor einiger Zeit an den König von Preußen:

Sich wie die Jugend sich verzehrt In Gluthen eines Mcleager! O drück' in ihre Hand ein Schwert, Führ' aus den Städten sie in's Lager. Und frag' nicht, wo die Feinde sind! Die Feinde kommen mit dem Wind: O führ' uns auf das Frankenkind, Und auf den Czaren, Deinen Schwager!

Wenn ein junger Student sich in dergleichen Landsknechtphrasen ergeht, wenn er in zärtlichen Elegien oder in tabaksdnftigen Burschenliedern für die schönen Zeiten des Faustrechts schwärmt, wo man mit seinem Leibe nichts Besseres anzu­fangen wußte, als ihn sich zerbläuen zu lassen, so war eine solche Berserkerwuth einfach aus dem laugen Stillfitzen zu erklären, zu dem man zehn lange Jahre hindurch auf der Schule verdammt war; nun wollte man sich eine Motion machen und die bequemste Methode war natürlich, dem ersteil besten Nachbar eine Maul­schelle zu versetzen.

Es sind aber jetzt nicht blos unsere Studenten, es sind Professoren des hei­ligen römischen Reichs und wohlconditionirte Gemüther ähnlicher Art, denen plötz­lich das deutsche Wodansblnt in die Beine gefahren ist, daß sie in fieberhafter Bewegung nach rechts, nach links, nach oben, nach unten, hin und zurück springen und iu den wilden Schrei ausbrecheu: Feuer ! Feuer! die Welt ist gegen uns ver­schworen, laßt uns die ganze Welt todtschlagen, damit man sieht, daß auch wir grausam und blutgierig seiu können.

Guter Michel! ehrlicher Tanzbär! dein würdevoll sentimentales Brummen in per kühlen Waldnacht der Romantik kleidete dich besser, als diese neumodischen