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Die Todtenfeier im Friedrichshain zu Berlin.
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Die Todtenfeier im Friedrichshain zu Berlin

Der Minister-Präsident Camphausen nannte in der constituirenden Versamm­lung den blutigen Freiheitskampf des 18. März eineBegebenheit," um daS Wort Revolution zn vermeiden, obschon der Minister-Präsident und seine sämmtlichen College« diese Revolution als ihre Mutter zu betrachten haben und vorzugsweise an das Gebot denken müßten:Du sollst Vater und Mutter ehren, damit Dir'S wohl gehe und Du lange lebest auf Erden."

Nichtachtung dieser Revolution, Verkeunuug der Rechte, welche das Volk durch sie erworben, würde das Lebensende des Ministeriums sein. Wer aber vermöchte zu behaupten, ob nicht in der Todesstunde des Ministeriums das Wort Republik" an das Ohr der Minister tönt, die jetzt schon vor der bloßen Erin­nerung an die Revolution scheu zurückbeben.

Um nun dem Ministerium zu beweisen, wie das Gedächtniß des Volkes treuer sei, wie man die Revolution als ein ruhmwürdiges Ereigniß betrachte und die Freiheitsopfer ehre, welche ihr gefallen sind, hatten die Studenten eine Wallfahrt nach dem Grabe der Gebliebenen im Friedrichshaine vorgeschlagen.

Man sprach in manchen Kreisen nichtacktend davon; man nannte es eine neue, innerlich haltlose Aufregung, eine leere Demonstration des müssigen Pöbels, nnd fürchtete dennoch diese leere Demonstration so sehr, daß man der Bürgerwehr verbot, sich als Korps dabei zu betheiligen, um sie gegen die Wallfahrer zusam­mentrommeln zu können, wie man es in unnöthiger Besvrgniß bei den geringsten Anlässen thut.

Auch die constituirende Versammlung, welche gleich der Bürgerwehr von den Studenten zum Anschluß an die Wallfahrt aufgefordert worden war, hatte die Weisung erhalten, es sei den einzelnen Mitgliedern unbenommen, sich als Bürger dem Zuge anzuschließen, als Korporation aber sei es ihnen versagt.

Unselige Halbheit! Hätte das Ministerium das Verständniß der Ereignisse, welche unter seinen Augen vorgehen, bedächte es, daß es sich hier nicht um eine bloße politische Revolution handelt, sondern daß diese nur der Anfang einer so­cialen Umgestaltung ist, so mußte es, den einzigen Weg des Heils einschlagend,