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Föderalismus und Centralisation.
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Föderalismus nnd Centralisation.

Wenn man von den beiden Versammlungen in Frankfurt nnd Berlin nach der Art ihrer Wahl, nach der herrschenden Stimmung, unter welcher dieselbe vor sich gegangen war, die revolutionärsten Beschlusse befürchten mußte, so scheint es jetzt, wenn man sich in der Verwirrung, die ans dem Mangel an parlamentarischer Uebung und einer festen Leitung, wie ans der wunderbaren Verwickelung der In­teressen leicht zu erklären ist, einigermaßen orientirt, beinahe so, als müsse man dem conservativcu Jnstinct, der in der großen Majorität beider Versammlungen vorherrscht, eher einen Stachel einsetzen, als ihm den Hemmschuh vorlegen. Die Sitzungen wareu iu beiden Kammern bisher ziemlich anarchisch, aber nur, weil man sich noch in die Formen nicht zn finden wnßte, und weil sich große, starke Parteien, die der Diskussion eine bestimmte Richtung gegeben hätten, noch nicht gebildet hatten. Diese Bildung kann aber nicht ausbleiben und es kommt nur darauf an, daß sich die Nichtigen zusammenfinden. Ein Blick auf die in beiden Versammlungen bis jetzt vcrhaudelteu Frageu wird uus in diesem Felde oricntiren.

In dem Frankfurter Neichsparlament sind bisher drei Fragen vorgekommen, bei denen etwas Prinzipielles durchklang und die daher einiges Licht ans die Stel­lung der Parteien zn werfen geeignet sind. Es waren die Präsidentenwahl, der Mainzer Crawall und der Antrag von Raveaux über das Verhältniß der beiden coustituireuden Versammlungen zu einander.

Der neucrwählte Präsident, Heinrich v. Gagern, so wie die beiden Viceprästdenten v. Soiron und v. Audrian haben eine entschieden antirevo- lutionäre Färbung, aber sie gehören auch - weuigstens von den beiden ersten kann man es mit Bestimmtheit behaupten eben so entschieden der nationalen, d. h. Frankfurter Centralisationspartei a».

Herr v. Gagern, Chef der liberalen Opposition in der hcssendarmstädtcr Kammer, war einer der ersten, die nach der Februarrevolution zur Bildung eines liberalen Ministeriums berufen wurden. In dieser Zeit gab er dem schon seit län­gerer Zeit von den Oppofitivnsmännern aller deutschen Stände aufgestellten Vcr^ langen, die Fürstcnvertretung beim deutschen Bunde durch eine Volksvertretung zu ergänzen, zuerst eine praktische Wendung. Er veranlaßte die nenen liberalen