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Aus Wien.
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am Burgthore aufgestellten Kanonen in die Stadt zu dringen. So stan­den die Sachen um 5 Uhr Abends. Jeder fühlte, daß ein großer Moment nahe sein, daß die Garantien für die Volksfrciheit jetzt errungen werden mußten. DasWie" war noch wenigen klar, bis ein Studircnder vom Balkon der Universität mit beredten Worten das Losungswort für den Abend,ein constituireuder Reichstag," in die Menge warf. Sogleich wurde eine Deputation mit dieser Petition in den Ministerrath geschickt. Die Nacht war unterdessen hereingebrochen, und ohne Befehl, dem Jnstinctc folgend, rückten wir Alle von der Universität gegen die Burg und die daran stoßenden Gassen. Die Stadt erhielt mit einem Schlage die stereotyp gewordene Ncvvlutivnsilluminativn. Mehrere Stunden vergingen, während welcher alle die gemessenste, würdigste Haltung behielten. So sehr aus jedem Auge die Todesverachtung leuchtete, wollte man doch in Ruhe die Deputation abwarten; endlich kam sie und brachte die Bewilligung der ersten Petition. Dies genügte nicht,evnstituircndcr Reichstag,"heute noch" waren die tausendstimmigen Rufe. Nun folgte Deputation auf Deputation, gegen 11 Uhr kam die Gewährung Pillersdors's, aber sie war in unbestimmten Ausdrücken abgefaßt, und das Volk, durch wiederholte Täuschungen mißtrauisch geworden, wollte sich nicht beruhigen. Vorzüglich war die Besorgnis!, es dürften zwei Kammern zusammentreten, allgemein, und der Ruf:eine Kammer, kein Wahlcensus" erscholl nun von den improvisirten Tribunen «.den Piedestals der Candelabrcs) nnd fand ein tausendstim­miges Echo. Abermals gingen Deputationen zn Pillcrsdvrf und zwar jetzt in seine Wohnung (da der Ministerrath sich bereits ausgelöst hatte). Im Kreise seiner Familie empfing er die Deputation, und da sie ihm die Besorgnisse des Volkes vorstellten, ging er sogleich darauf ein, dieses durch bestimmtere Ausdrücke zn beruhigen; er dictirtc die Kundmachung mehreren in die Feder. Gegen 12 Uhr wurden mehrere Exemplare von reitenden Studenten in den Straßen verlesen und mit unendlichem Jnbel cmpsangen. Der größte Theil der versammelten Menge zog hierauf ab, nur ein kleiner Theil blieb zurück, da sie nur der gedruckten Kundmachuug glaubeu wollte; diese erschien um zwei Uhr. Heute ist die Stadt wieder so ruhig, als ob gar nichts vorgefallen wäre. Was wird die Aristokratie dazu sagen? Das Ministerium will i» cornore seine Ent­lassung einreichen, welche jedoch, so lange kein anderes vom Publikum designirt ist, nicht angenommen werden dürfte. *

Sie sehen, wie wir Revolution machen müssen, nm unsere Tendenzen durchzu­führen. Wir können im Augenblick kein anderes Ministerium bilden. Wir haben keine Männer. Das nächste Mal mehr über die ganze politische Lage.

V. 5

M»s Prag.

Fortschritt in die Vergangenheit. PillcrSdorf nnd P-il->cky, Truppe» lzichcu sich tci Mr»5crg zu­sammen. Blutige Aussichten.

Es ist tranrig, zu betrachten, wie der Same der Freiheit im Boden unseres unglücklichen Böhmens verwildert und statt des Segens, den man in den ersten Tagen der Constitntionsertheilung hoffte, nur Willkürherrschast, Verfolgung, hundertfache Bedrückung zur Folge hat. Indeß im katholischen Rom der Jndc befreit wird, steigt in Prag das Gespenst mittelalterlicher Judenverfolgungen empor, indeß in Deutschland der geistigere Kampf politischer Parteiung ausgefochten wird, vertieft sich in Böhmen