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Die badischen Freischaare>»)iige.
Au» dem Oberlande, den 5>. Mai.
Wer jetzt eine Reise in Baden macht, der möchte glauben in einem einzigen großen Feldlager sich zu befinden. Ueberall in den Bahnhöfen wie aus den Marktplätzen selbst der kleinsten Ortschaften, starke Soldatenabtheilungen der buntesten Art. Hier ein Trupp würtembergischer Uhlanen mit den roth und schwarzen Fähnleins an den langen Lanzen, den hellleuchtendcn rothen Ehapkas, dort badische Dragoner mit hohen blitzenden Helmen, aus großen holsteinischen Rossen, dann hesscn-darmstädter Chevauxlegers einfach dnnkel aber geschmackvoll »nifvrmirt, eine tüchtige Reitertruppe, die schon ihrem Regiment auf Rußlands Eisfeldern hohe Anerkennung verschaffte; von ihnen in ihren hellen, hübsch dem Auge sich darstellenden Uniformen abstechend, bairische leichte Reiter, feste Bursche aus dem dänischen Oberlande, denen man eine tüchtige Kraft im Zuschlagen anschaut, und um die Buntfarbigkeit des Ganzen vollständig zu machen, endlich die hessen-kasselschen Hnsaren in ihren schnürbesetzten Pelzen und Dolmans. Eben so steht man auch, theils einzeln detaschirt, theils zusammenlagernd, bairische, badische, würtembergische, nassauische, hessen-darmstädtischc und kurhessische Infanterie und Artillerie. Die Truppen des letzten Staates unterscheiden sich wesentlich von allen übrigen. Sie haben schon ganz den norddeutschen Typus, sind nach preußischen Vorbildern exercirt und uniformirt, strenge in Haltung und Kleidung, dabei sind es aber hübsche, muthig ausschauende Menschen. Sie lassen es sich übrigens gnt sein, im üppigen Badener Land, was freilich gegen ihre armen Berge zu Hause gewaltig absticht, und ein Husar erzählte mir ganz vergnügt, „so viel Wein wie hier der Bauer in einem Tage tränke, hätte bei ihm daheim selbst nicht der Amtmann in einer ganzen Woche." Nun es wäre besser gewesen, hätte ein Theil des badischen Volkes sich nicht zu sehr, gleich wie im Rausche besaugen, dem Wahne hingegeben, eine Republik bei sich einführen zu können. Der viele und wohlfeile Wein der letzten Jahre trägt Manches zu diesem ganzen Tumulte bei. Hecker, Struve und ihre Helfershelfer haben manchen Gegenden ihres Vaterlandes Wunden geschlagen, die noch in Jahren nicht wieder vernarben werden. Ja, wild ging es in manchen Theilen des badischen Oberlandes z» und es ward von den Freischaaren daselbst gehaust, wie in einem eroberten Lande. Haben Hecker, Struve und ihre Führer, der Wirth Wcishaar von Lvttstettcn und der kassirte badische Lieutenant Siegel, doch vielen kleinen Ortschaften gedroht, binnen 6 Stunden würden sie den Flammen übergeben, wenn sie ihre bewaffnete Mannschaft nicht zu dem Zuge stoßen ließen. So erhielten sie manche Verstärkung, die gezwungen mitging unv bei erster Gelegenheit auseinander lief. Als z. B. drei würtembergische Reiter auf 46 bewaffnete Freischaaren einsprengten, gaben diese sich gefangen und baten demüthig um Gnade. Man nahm ihnen die Waffen ab und ließ sie dann wieder in ihre Heimath laufen. Im Ganzen kann man annehmen, daß sämmtliche Schaaren der Tumultuanten 0—10,000 Munn betrugen, wovon 0,000 gepreßt waren. Der Nest bestand aus 11—1200 Mann Freischaaren aus Frankreich, größtentheils ehemalige deutsche Arbeiter, doch auch manche Franzosen, Polen, Schweizer, ja selbst Italiener darunter, die zu 000 Mann ein geschlossenes Korps bildeten, sonst aber bei den andern Schaaren vertheilt waren, und den badischen Hausen unter Hecker, Siegel und Weishaar; diese waren aus verschiedenen Bestandtheilen zusammengesetzt. Den Kern derselben bildeten verwegene Wildschützen aus den Forsten des Schwarzwaldes; so wie die zahlreichen Schmuggler, welche die lange Grenze Badens gegen Frankreich und die