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der Gerechtigkeit. Bimsen hat sein Bestes gethan, aber seinen König damit nicht weiß gewaschen. Auch ist er nicht die Person darnach. Der Engländer verachtet einen Mann, der seine Politik den Zcitumständcn, oder mehr noch persönlichem Vortheil opfert; er duldet lieber Alles, als das. Als daher Herr und Madame Bunsen mit den deutschen Farben geschmückt in einer Gesellschaft erschienen, wandte jeder Engländer mißvergnügt das Auge ab. -- Man sagt, daß er dem Prinzen von Preußen in einer Intrigue mit Pommern bcistchc, das die Vcndev zn spielen gedenke. Gewiß ist, daß häufig Staffcttcn gehen. Die Deutschen hier amüsircn sich an der Idee, die pommcr- schcn Juukcr die Legitimsten spielen zu sehen, und haben keine übergroße Idee von den Thaten, die sie unter der Führung dieses mvrdlnstigen Prinzen verüben werden. — Freiligrath zn Ehren gaben seine jungen Landsleute noch einen großen Schmaus. Sie hätten auch Bunsen dazu laden sollen, damit er sich an den deutschen Farben ergötze, mit denen sie geschmückt sind. Freiligrath hat ein Bischen Dcutschthum unter den jungen Herrn eingeführt, die ohne ihn wie eine verlassene Herde zurückbleiben werden, welche nicht weiß, woran sie sich mit den neu erwachten patriotischen Gefühlen halten. Wenn nicht etwa Mettcrnich seine Stelle einnimmt? Er ist mit seiner Prinzessin im Brnnswick-Hotel als Herr Mittigua abgestiegen. Ihm fehlt es wahrscheinlich nicht an Geld. Sein Leidensgefährte, Herr Gnizot, will Sprachunterricht geben, eine Idee, die für Engländer, als höchst demüthigend, etwas sehr beklagenswcrthcs hat. Ob sie nun noch zu sich einladen können, ist die Frage! — Wenn ein Prinz so etwas thut, so ist das „nii>u1mt;" aber ein Minister — der Fall ist noch nicht vorgekommen. Ilebrigens sollte doch auch ein Engländer begreifen können, daß Guizot's Armuth weit ehrenvoller für ihn ist, als wenn er mit Crösus Schätzen prahlen könnte! —
Lord Brougham'S Anfrage wegen des französischen Bürgerrechts, hat vielen Spaß gemacht. Punch vergleicht ihn mit Undine, sagt, er habe wie sie keine Seele, nnd etwas so mysteriös Abstoßendes und Anziehendes, daß man vergeblich heraus zu finden suche, wo der Anziehungspunkt sitze. — Mit Louis Philipp war er früher so iutim, daß England oft besorgte, er möchte in vertraulichen Unterhandlungen den Staatsbürger vergessen uud aus der Schule plaudern. So wie nun sein Busenfreund gefallen, will er sich naturalistren lassen; — welch' schlechtes Kompliment! Ämely.
Für Charakteristik des französische,» Nttterrichtswesens.
Obgleich der Stoß, der im Februar den Julithron umwarf, auch Herrn v. Sal- vandy, den Großmeister der Universität, einen eingefleischten Aristokraten, tras, und an seine Stelle einen jnngcn, der deutschen Sprache kündigen, in Magdeburg geborenen Mann, Carnot, den Erben eines berühmten Namens setzte, so waren dcnnocb die , Grundzüge des öffentlichen Untcrrichtswesens so eigenthümlich französisch, daß ihre Sch il- derung als ein Beitrag znr Sittengeschichte anzusehen ist, um so mehr, als Umgestaltungen darin bis jetzt nicht vorgenommen sind.
Das Erziehungswesen gliedert sich in zwei Hanptzweige ab, in Elementarunterricht, der als unterer und oberer Elementarunterricht smsti-nctinn elvnxnitiui't! j„i- mitiiv und instructio» elvmontnii'v ««-«iminirv) die Schule von ihrer untersten bis zur höchsten Stufe des Gymnasialnnterrichts umfaßt, und den höhcrn Unterricht (instructim, su^neuri;), welcher unsern Universitätsstndien entspricht.