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kcs fortleben, das groß werden will! Oder verdienen in Professor Kudler's Meinung die Märzereignisse nicht diesen Namen, weil sie zu wenig Blut gekostet? Sehnt sich vielleicht Herr Kudler nach einer Revolution, die seiner Definition besser entspräche? Wie wir ihn kennen, wollen und müssen wir letzteres bezweifeln!
Notizen.
Souveränes Parlament. — Der Krieg mit Dänemark. — C,echen und Deutschböhmen. — Italien und
Rainer'S Briefe. — Polen und Rußland.
— Der deutsche Horizont ist von allen Seiten schwer umzogen, und wie lange wird es noch dauern, bis eine feste Hand das Ruder ergreift! Die constitnirende Versammlung wird in den ersten Maitageu nicht vorhanden sein, und das Coustituircn selbst ist doch nur der Anfang des Kampfes und der Arbeit. Ueber die Vvlkssorderungcu im Innern, über Rechtsversahren, Preß- und Vcreinsfreihcit, war man seit Jahren klar und einig, über den Gcsammtban Deutschlands ist man weder eins noch das andere. Die Kaiserträumc sind eben so romantisch in ihrer Art, wie die republikanischen Gewalt- streichc Hcckcr's; ein souveränes Parlament mit einem Bundespräsidcntcn, welches die Scepter aller konstitutionellen Monarchen wie ein gehorsames und einiges Pfcilbündel handhabte, wäre die einzige Rettung. Wenn wir nur stark genug sind, es durchzusetzen und aufrecht zu halten! Präsident -- des Bundes, nicht des Parlaments — dürste unsertwegen auch ein deutscher Fürst werden, aber er müßte gewählt und zwar auf eine bestimmte Frist gewählt sein.
— Nicht so sehr wegen der Anarchie im Innern erwarten wir mit solcher Ungeduld das souveräne Parlament, als wegen Deutschlands auswärtiger Politik, die jetzt noch in schwankenden, diplomatisircnden Händen ruht. Von den weiland Großmächten übernehmen wir die schlimmsten Erbstücke. Im Osten. Süden und Norden brechen die alten Wunden am gräßlichsten auf; da zeigt sich täglich mehr, wie viel Giftstoff die Diplomatenpfuscherci sich im Stillen anhäufen ließ, wie viel Explvsionselcmentc sie sorgsam conservirt hat. So conscrvirt sich oft eine Bombe unter der Erddecke, Jahrzehnde lang, um eines schönen Morgens, vom friedlichen Pflug des Laudmannes ausgcgraben, zu platzen. Im Kriege mit Dänemark regt sich am meisten Entschlossenheit und Thatkraft, — von Seiten des Volkes; die Freischaarcn strömen von allen vier Winden nach den bedrohten Herzogthümern. Wäre aber Schleswig im ersten Augenblick der Gefahr von einer imposanten Truppcnmacht, sei's einer preußischen oder hanövrischen, besetzt worden, so hätte der Däne das Schwert in der Scheide behalten und aufrichtig zn parlamentircn begonnen. Die alten Rücksichten nnd Bedenken wegen „der entfernten Möglichkeit weitaussehcnder Verwickelungen," haben dem Dänen die Offensive in die Hand gegeben und wir begannen, wie gewöhnlich, damit, daß wir Lehrgeld zahlten. Indessen, wer zuletzt lacht, der lacht am besten. Der Däne wird den Hochmuth bereuen, mit dem er auf dem breiten Rücken Michels hcrumzutrommcln gewöhnt war.