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Aus Preßburg.
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Aus P r e ß b u r g.

DaS verantwortliche Ministerium. D. Prcjig-sc^ Reformen. Pesthcr Wünsche. Debreizyn

und Prcßburg.

Ueberraschendes läßt sich jetzt schwer berichten, das Außerordentlichste kann nicht mehr unerwartet kommen. Die Revolution gehört zu den gewohnlichen Functionen des Staates und der Staat muß wohl als krank angesehen werden, der nicht ein­mal Kraft genug hat ein Nevolntivnchen auszuschwitzen. Heine hatte das Recept in seinemrothen Löwen" schon längst geschrieben.Was hätten wir anfan­gen sollen. Sollten wir eine Revolution machen?" Ja, das hätten die Herren thun sollen, und wären schon längst über das A. B. C. des Volkswohls hinaus. Wir wa­ren reiche Gutsbesitzer, die ihre Güter in Pacht gaben ohne den Pacht-Zins cinzu- fordern. Ehe wir es uns versahen, waren die Pächter die Herren und wir hatten weder Gut noch Zins. Nun haben wir das natürliche Verhältniß wieder hergestellt. Es handelt sich bloß darum, sich gegenseitig die Hand zu reiche», damit wir jenes Ver­hältniß auch aufrecht erhalten. Die heilige Alliance der Völker muß eine heilige Al- liance der Fürsten für immer nnmöglich machen.

Unsere Verhältnisse gestalten sich immer freundlicher. Die Pesther waren zu un­geduldig, als daß sie die Resultate unserer Deputation in Wien abgewartet hätten. So wie die Ereignisse in Wien zu ihrer Kunde gelangten, versammelten sie sich augen­blicklich vor dem Magistrate, verlangten Prcßfreihcit und stellten diese sactisch her. Das erste Product derselben waren die Wünsche deS Volkes (gleichlautend mit den Forderungen des Reichstages), welche als Placat an den Maueru der Stadt prangten. Hierauf begab man sich nach Ofen, befreite Stancicz und führte ihn im Trinmphe durch die Stadt. Die Volksbewaffnung wurde beschlossen und ein Sichcrheitscomitv ernannt zur Ausrechthaltnng der Ruhe und Ordnung. Auch wurde diese keinen Augen­blick gestört. Dort wo die Intelligenz an der Spitze steht, sind solche Erscheinungen natürlich.

Mittlerweile hatte auch unsere Deputation ihre Sendung glücklich vollbracht. Erzherzog Stephan ist machtvollkommcner Statthalter von Ungarn, der König behält sich blos die Sanction der Gesetze bevor. Auch das verantwortliche Ministerium brach­ten wir heim. Ludwig Batthycmy ist Premierminister. Zu College» ernannte er sich: Bartholomäus Szcmere für die innern Angelegenheiten, Franz Deal für die Justiz, Ludw. Kossuth für das Finanzwesen, Stephan Szvchenyi für Communicationsmittcl und Schifffahrt, Gabriel Klauzal für Agricultur, Industrie und Hcmdel, Baron Joseph Eötvös für den Cultus und Lazamt-szuros (Obrist) zum Kriegsminister.

Das Ministerium für Finanzen und die Kriegsangelegenheiten soll einige Schwie­rigkeiten in Wien gesunden haben, doch ist an einen ernstlichen Widerstand nicht zu