N e u - O e st e r r r e i ch.
Oesterreich ist auferstanden! Der Stein, welcher den Geist in Grabesnacht gefesselt hielt, ist weggewälzt; der Genius Oesterreichs ist frei! Das ist ein heiliges Osterfest! Hallelujah!
Jetzt erst kann Deutschland frei aufathmen und mit freudigem Herzen in eine lichte Zukunft schauen, da sein Oesterreich endlich dem Lichte zugewendet ist.
„Nun, armes Herz, vergiß der Qual, Nun muß sich alles, alles wenden!"
Oesterreichs Ehre ist gerettet, und mit der Ehre Alles. Zu lang war der Name Oesterreich dem Spott und der Verachtung der Völker preisgegeben, und Millionen österreichische Herzen bluteten darüber in bitterstem Schmerz; nun endlich ist der Tag gekommen, wo man wieder mit freudigem Stolze ausrufen kann: Ich biu ein Oesterreich»! Hoch lebe das Volk von Wien!
Freiheit und Einigkeit! war sein Losungswort im Kampfe für Oesterreichs Ehre; Freiheit und Einigkeit bleibe die Losung im Kampfe, der noch nicht ausgekämpft ist!
Ja, Einigkeit in Freiheit! Allseitiges Vergessen und Vergeben, ein brüderlicher Völkerbund!
Einigkeit zwischen den Nationen! Nicht ihr Bedürfniß, nicht ihre Herzeusneigung entzweite sie, sondern eine menschenfeindliche Politik, welche trennte, um zu knechten. Sie ist gestürzt, und freudig reiche» sich Deutsche, Ungarn, Slaven und Italiener die Hand zum großen Werke der politischen und humanen Erlösung. Kein anderer Streit herrsche fortan zwischen uns, als der edle Wettstreit im Guten, Schönen und Großen. Wir haben alle dasselbe Ziel, die Freiheit; wir haben alle denselben Feind, die Tyrannei, die uns schändete durch die alte Politik, die uns droht durch die Barbarei Rußlands, zu dessen Schützling Met- ternich das herrliche Oesterreich erniedrigen wollte. Oesterreich braucht keinen fremden Schutz; es wird sich selber helfen; es hat sich geholfen.