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Brief aus München.
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Brief aus München.

Den 17 März, '

Proklamation, Illumination »nd Ccrvilism»». Lola Montcz und Vlutvcraießcn. Da» Proletariat. Die Landst.rndc init Mi-itraucn angesehen. Kurcht vor österreichischer Intervention und r«P»blika»ischc

Gerüchte.

Die königliche Proklamation vom K. März, worin den bekannten Wünschen des AolkeS Gewährung zugesichert wird, erfüllte alle Herzen der Münchener mit großer Freude, die schwarz-roth-goldne .Kokarde mußte der weiß und blauen wei­chen und ciuc improvisirte. Illumination der Stadt drückte dem Fürsten den allge­meinen Jubel aus. Aber hätte dabei sein Bewenden haben sollen. Nichts desto weniger wurde vom hiesigen Magistrate für den 12. d. M. noch eine allge­meine Decvrativu uud Illumination der Häuser aubefohlen und die Drohung deö Fenstercinwcrfcus bei Jedem, der nicht Folge leiste, erfüllte die Stadt. Servile Kriecherei folgte auf die drohenden Demonstrationen und die Stndenten, die sich der Waffen freue», die mau ihucn gegeben, um ihnen den Eid der Treue abnehmen zu können, versuchten dein Könige bei der Umfahrt die Pferde auszuspauuen, um selbst die Stelle der Thiere zu vertreten, was jedoch nicht angenommen wurde. Wozn dieser tolle Jubel? der Köuig hatte seine Schuldigkeit gethan. Gut, man bedanke sich, aber sührc nicht durch Kriecherei die Reaktion herbei, sie kommt oh­nedies bei der nächsten Gelegenheit, denn daß man es nicht gar so ernstlich mit den Versprechungen meint, beweist die öftere Anwesenheit der Lola Mvntez in hie­siger Stadt. Die Polizei mag noch so viele Erklärungen geben, daß sie für im­mer fortgeschafft sei, sie mag die verschiedensten Nachrichten über ihren gegenwär­tigen Aufenthalt durch Zeitungen .'c. verbreiten lassen, das Volk glaubt sie nicht, nnd erst gestern wurde wieder daö Polizcigcbäude gestürmt uud verwüstet, weil man die Vermuthung hatte, die fragliche Person habe sich dahin geflüchtet. Die ganze Militärmacht sammt Bürgern nnd Studenten war aufgeboten, nm die Ruhe herzustellen. Leider sielen auf beiden Seiten Verwundungen vor. Das Proleta­riat rührt sich immer mehr nnd sieht seine Hauptstütze in dem Landvolk, das an vielen Orten die Landrichter verjagt und sich selbst hilft, nachdem gerechte Bitten so lange nichts gefruchtet haben.

Die Landstände, auf den tv. d. M. berufen, sind bereits eingetroffen nnd werden bald ihre Sitzungen beginnen. DaS Vertrauen auf sie ist im Allgemeinen