Eine Hexengefchichte.
— — wanne swoz gcvffcnbarct sal werde» in der scelc, dciz offinl'ar-t sich in bilde».
-Lerrbst't vsn ^ritzlar.
Ich lieb' in Bücherstaub aus alten Tagen Den Räthseln jüngster Tage nachzufragen; Bunt ziehn durch's Zeitgewebe Thatenfäden, Doch wer entwirrt Beginn und End' an jedem? Das Bäumlein, das der Ahn mit Sorgfalt zog, Streut in den Schooß erst Enkeln Blüth' und Frucht; Bestaubt am Wege lag der Stein, deß Wucht An's Riesenhaupt aus Hirtenschleuder«,flog; Längst hängt der Stern am Himmel, unbeachtet, Der Andern einst enthüllt, was uns umnachtet; Und schwarz vermummt durch uusre Fastnacht schreitet Ein alt Verhängniß, dem die Larv' entgleitet.
Zu Düren war's; vor'm Hexenvogte stand Ein Mägdlein, einst des Gotteögartens Preis, Doch knickt die Kette schnell solch' junges Reis Und Blüthen ranken schlecht an Kerkerwand. „Bekenne!" ruft auf's Neu' des Vogts Geheiß, „Es kam durch Satansbund, durch Zaubertrng, Daß Hagelsturm des Nachbars Kohl zerschlug, Daß, wenn Eisblumen rings an allen Scheiben, Lebend'ge Rosen dir am Fenster treiben." Antwortet d'rauf die Maid in tiefem Weh: „Wenn Unschuld Schuld bekennt, dann wird sie Schuld. Der Bann, der frühe Blumen lockt aus Schuee, Liebvolle Pfleg' ist's, Herzeusungeduld Und Sehnsucht nach des Lenzes süßer Huld! Doch ist's der Mißgunst Brauch, der Ohnmacht Müh'u,