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Haben wir einen Krieg zu erwarten?
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Haben wir einen Krieg zn erwarten?

Die Umgestaltung Frankreichs zu einer Republik hat in Deutschland, und zunächst in Preußen, die Mobilistrung großer Truppenmassen zu Folge und vvn allen Seiten kommt die Nachricht, daß die Landstände binnen Kurzem einberufen werden sollen, theils um einige allzulange vorenthaltenen und erst vom Dränge der Umstände abgenöthigten Gesetzresormcn zu berathen, theils um eine voraus­sichtlich nöthige Kriegssteuer zu bewilligen.

Im Gegensatze zn diesen trüben Ahnungen der Machthaber sehen wir bei ei­nem großen Theil des Publikums einen allzu sanguinischen Glauben an den Fort­bcstand des Friedens. Die jüngste Revolution in Frankreich hat Deutschland so sehr angeregt, sie hat ihm zum Theil jetzt schon so gnte Früchte und Concessionen gebracht, daß es Vielen unmöglich ist, zu glauben, daß man diesem Frankreich ge­genüber die Waffeu zu tragen gezwungen sein könnte. Man horcht gerne den süßen Friedcnsworten desNational", der seit 18 Jahren unaufhörlich den Krieg, die Wiedererobernng der alten Grenzen gepredigt hat nnd nun mit einem Schlage plötzlich die salbnngsreichsten Hirtenbriefe von friedlicher Gesinnung und Entsagung aller frühern Pläne, auf der Zunge hat. In dankbarer Anerkennung für das große Beispiel, das Frankreich in seinem Innern gegeben, übersieht man die Symptome seiner Politik nach Anßen, vergißt man, daß die Fabel lo !en» vt lo cm-be-ti, eine französische ist, daß das erste Wort des Generals Lamoricicre war, daß er der Republik seinen Degen anbot xmir m-notiei- Ä la kroolivre, daß das Gouvernement provisoire 36 Bataillone Garde mobile anwirbt; vor der Hand allerdings blos gegen innere Unordnung aber nach der Hand?

Die Analogie mit der Julirevolution, die ohue einen europäischen Krieg her­beizuführen ablief, ist ein Hauptgrund der Friedensgläubigkeit. Aber diese Ana­logie ist so gnt wie gar keine. Die Julirevolution setzte einen egoistischen König an die Stelle eiues boruirten. Im Interesse dieses Königs lag die Erhaltung des Friedens znr Kräftigung seiner Macht. Das Interesse der republikanischen Regierung ist ein entgegengesetztes. Schon die Geschichte der ersten französischen Revolution lehrt sie, daß der Krieg nach Außen ihre innere Kraft befestigte. Die Juliregierung suchte ihre Basis in den engherzigen Interessen der Kapitalisten,