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Lüneburger Heideleben : Bericht eines Heidschnucken.
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Lnneburger Heidelebe, n.

Bericht eines Heidschnucken.

Oase .... in der Lüncburgcr Heide, den 27. Februar.

Die Lüueburgcr Heide kenne ich nun auch," sagten Sie, als wir im vorigen Sommer in Helgoland unS trafen. Ich glaube, daß Sie sich irren, mein viel­gereister Knranda! Die Lüncburgcr Heide lernt man nicht kennen, wenn man in zwei bis drei Stunden von Bnrgdorf nach Lüneburg fährt. Selbst früher, als man anderthalb Tage ans dieser Strecke fuhr, bekam man nur ein ungefähres Bild der Heide. Nein, lieber Frennd, fahren Sie einmal mit mir von Walsrode nach Cclle, von Cclle nach Welle. Kommen Sie einmal zn mir, wenn die Heide blüht, und ich führe Sie hinaus in das rosenrothe Blüthcnmccr, das seine Wel­len schlägt so weit das Ange reicht. Um die Heide zu kennen, mnß man sich auch bei stürmischem Novcmbcrwettcr darin verirrt haben, und in Ermangelung menschlicher Wohnungen, sich glücklich geschätzt haben, in einem Föhrenkampe, oder hinter einem Erdwalle Schutz zu suchen.

Die Eisenbahn Pah! die führt uns an Nicsclwicsen vorbei, die im vori­gen Sommer so grün lachten, als Sie es selbst in den Vierlanden nicht gesehen. Da trifft das Ange auf Buchweizen-, Hafer-, und Gerstefluren, wenn diese Fruchtarten im Zustand der Reife auch mir zwei Handhoch sind. Und dann das flachsreiche Ulzen, mit üppigen Fcldfluren, das Kloster Medingen, das sind selbst noch passable landschaftliche Bilder. Ich glaube, Sie haben nicht einmal eine Heidschnnckcnhecrde gesehen, nnd wenn Sie diese Thiere auch nicht für Gänse halten, wie eine gewisse Fran Dvctorin es sich von ihrem dichterischen Ehegatten einreden ließ, so geboren doch unsere schwarzen nnd braunen nnd bunten Heid­schnucken wesentlich zn unserm Lebcnselcmente.

Können Sie sich nun die Heide' uicht denken, so haben Sie anch keinen Be­griff davon, wie unsereins, der sich doch so ein wenig für dies und das interes- sirt, was in der Welt vorgeht, in einer Zeit, wie die jetzige zu Muthe ist. Denken Sie sich eiuen Menschen, der seine Zeitungen einen Tag später erhält, als alle gebildeten Menschen, die eben nicht in der Heide wohnen, einen Men­schen, der sieben Stunden fahren muß, um zu dem ersten Eisenbahnhofe zu kommen.