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Bescheidene Supplik eines bürgerlichen Gutsbersitzers an die hohen Stände Böhmens.
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Bescheidene SnppM eines bürgerlichen Gutsbesitzers

an die hohen Stände Böhmens.

Seit ziemlich langen Jahren sitze ich ans der von meinem seligen Vater er­erbten laiidtäflichen Scholle, und darf legal ans derselben sitzen, weil mir Bür­gerrecht und bürgerliche Eingeburt in einer der treuen Städte eigen ist, welche gut katholisch und gut kaiserlich geblieben in der Schwedenzeit und Vivnt «lin-uillus geschrieen, als dem grausigen Friedländer der Garaus gemacht ward.

Seit Jahren säe und erudte ich richtig auf meinem Gute, lasse meine Bauern roboten, zeitweilig, wenn es sein muß, auch etwas weniges prügeln, damit sie nicht gar zn hoffärtig werden, mache des Abends, bei obrigkeitlich ge­brauetem Biere mein Spielchen mit dem Pfarrer, den ich als Obrigkeit zur Stelle präsentirte, zahlte meine Steuer, wie sie der Anlagschein mir regelmäßig vorschrieb, und war so ziemlich in meinem Gott vergnügt, Da will der böse Zusall, daß mein Amtsschreiber, ein junger leichtfertiger Weltmensch, gewisse grüne Hefte aus der Kreisstadt mitbringt und mir, anfangs wider meinen Willen, dar­aus vorliest.

Ich erfahre zu meinem Erstaunen, daß die böhmischen Herrn Kavaliere fleißig in Prag zusammcukommeu, dorten das Land vertreten, und verschiedenes im Lande anordnen, ich erfahre, daß ich nnr deshalb seit zwei Jahren ein Sechs­theil mehr an Steuern zahlen innft, als früher, weil die Herren Kavaliere das so gewollt haben, daß ich aber dieses Jahr dasselbe zahlen mnß, obwohl die Herren Kavaliere das wieder nicht gewollt haben, ich gerathe in völlige Konfu­sion und bin vor meinen Banern in abscheulicher Verlegenheit, sie machen mir, vor der Haud noch höflich, Vorwürfe, ich hätte sie in früheren Jahren mehr Steuer zahlen lassen, als sie eigentlich schnldig waren; was soll ich Aermster znr Bewährung meines obrigkeitliche» Ansehens thun und sagen? ich bin an alle dem unschuldig, wie das jüngste siebente Kind meines hungrigen Schullehrerö und Orgeltreters, ich weiß nichts von all' dem Handel, die fatalen grünen Hefte haben mich ganz aus dem Gleichgewichte gebracht.