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Tagebuch.
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Tageb u ch.

>.

Aus Paris.

Ecribc'S neucS Lustspikl. Puff, T>o» Ollirote imd Condidc. Stufenlritcr der Lüzc. Gmzot und

Em!l Girnrdin.

Während in der Dcputirtenkammcr die Adresse verhandelt wird, spielt man in dem l'Kvsii,! fiÄN^!» das neue Stück Scribe'S, das den bezeichnenden NamenPuff," oder immsiwßs pt führt. ES ist eine alte Geschichte, die uns Herr Scribe von Neuem

austrägt. Die Wahrheit ist stockdumm, fällt überall über ihre eigenen Füße, muß sich zuletzt zur Lüge bequemen, und führt so zu der schönen Moral:da seht Jhr'S. so geht'S Euch, wenn Ihr wahr sein wollt, deswegen sügt Euch in das Unerläßliche und lügt, so oft und so bald cS Euch nothwendig und nützlich erscheinen mag." Wie ge­sagt, es ist eine alte Geschichte, uud Cervantes nannte sie Don Quixote und Voltaire nannte sie C.andide, und Beide kamen ungefähr zu demselben Schlüsse, den heute Herr Scribe seinen Besuchern in dem 'l'!-«-,«,« lV>-uic>s mit nach Hause gibt. Cervantes und Voltaire sind aber noch sehr zurück hinter Scribe, denn Don Quixote lebt und stirbt verrückt und tugendhaft, und Candide bleibtCandide" hiS znm Schlüsse, fällt zwar alle Augenblicke auf die Nase, steht aber rnhig wieder auf, wischt sich das Blut aus dem Gesicht, und geht getrost seines Weges weiter bis an sein seliges Ende. Der Held Scribc'S aber ist klüger. Als er sich in seine eigen- Wahrhcitstvlveleicn immer tiefer verwickelt sieht, macht er am Ende auf einmal Halt uud Ncchtsumkehrt, läßt Wahrheit Wahrheit sein, heult mit den Wölfen, lügt mit den Lumpen uud kommt so zu seinem Ziele, zum Ehestaude uud auf die rechte und breite Bahn der allgemeinen Niederträchtigkeit. Das ist der Fortschritt von Voltaire bis zu Scribe, von Candide bis zum Puff.

Was uns an der schönen Geschichte am meisten anekelt, ist die schale, ohnmäch- tige, uufruchtbare Eunucheuart der Wahrheit. Ihr Vertreter ist ein geistreicher, schönthuender, halbehrlichcr Gentilhommc des ucunzehutcu Jahrhunderts. Wenn wir einem solchen Burscheu im Leben begegneten, so würden wir ihm nach der ersten halben Stunde vorhersagen, daß seine Wahrheitsliebe Schiffhruch leiden werde, sobald sie mit seiner Eitelkeit zusammenstoße. Es ist reine Parade uud sonst. Nichts.

Es geht mit der Wahrheit uud dem Wahrhaftigsein wie mit dem Ehebruche und der Ehebrecherin in der Bibel. Christus sagt:Wer seines Nächsten Weib auch nur ansieht, ist verdammt!" Und als die Ehebrecherin vor ihn trat: verdammte er sie dennoch nicht. Und so ist es mit der Wahrheit: die Lüge ist entehrend, eine

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