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Tagebuch.
Seite
532
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T a g e b u cl).

i.

Aus'Wien.

Mitte Juni.

Die Verbindung mit Hamburg. Lügengcrüchte. Eisenbahn und Handelsverbindun­gen. Ungarische Zeitungen. Egyptische Blindheit. Das neue Bankerotgesetz.

Der Jubel über unsere enge Verbindung mit Hamburg und Stettin hat leider nicht lange gewährt und ist nur zu bald wieder getrübt worden durch wiederholte Unterbrechung in der regelmäßigen Ankunft der Briefe und Zeitungen aus Berlin, Hamburg und Breslau. In der Gegend von Oderberg haben in Folge der andauernden Regengüsse Erdabrutschungen am Bahndamm sich eingestellt, und wie man hört, sollen Böswilligkeit und Dummheit unter den Landleuten dortiger Gegend diesen Bahnbeschädigungen ebenfalls nicht ganz fremd sein, ein Beweis, daß selbst die blutige Strenge unseres drakonischen Strafgesetzes über Eisenbahnverbrechen die Leute uicht zu zügeln vermag. Dieses Gesetz findet im Publikum, trotz seiner ungewöhnlichen Strenge, worin es alle ähnlichen Straft normen in andern Staaten weit überflügelt (?), die vollste Billigung, da es zum Schutz des Allgemeinen erlassen ist.

Als sich jüngst hier das Gerücht verbreitete, es sei ein Train von 17 Wag­gons bei der Fahrt über die Donaubrücke bei Floridsdorf in den Strom hinab­gestürzt, eilten gegen 30,000 Menschen zu Fuß und zu Wagen dahin, um sich davon zu überzeugen, wie die Fama zu lügen vermag. Das ganze Mißgeschick beschränkte sich auf den Zusammenstoß eines Dampfbootes mit einem mit 200 Klaftern beladenen Holzschiff, das ein Brückenjoch beschädigte und eine Mühle zertrümmerte.

Die längst projectirten Pferdebahnen, die von den beiden Bahnhöfen aus­lausen und vor der Zollhalle am Kanalhafen ausmünden sollen, was für den Verkehr und die zollamtliche Manipulation von außerordentlichem Vortheil wäre, werden jetzt in Angriff genommen und ans das Eiligste hergestellt. Sie sind keine Fortsetzung der Privatschienenwege, sondern werden auf Staatskosten ge­bant; da einige Wohnhäuser demolirt und sogar die Sakristei der Pfarrkirche