T a g e b u cl).
i.
Aus Paris.
Ansang Juni.
Emil Girardin's Prozeß. — Bugeaud und Guizot. — Portugiesische Conflicte. — Die Perfidie des Einschreitens. — Parallele mit der Schweiz.
Der Prozeß des Herrn von Girardin, die Demission des Marschal Bugeaud und die Intervention in Portugal, sind die Hauptgcgenstände, die die öffentliche Aufmerksamkeit in den letzten acht Tagen in Anspruch genommen haben. —
Die Anklage, welche die „pressv" erhob, daß Pairsstellcn, Orden ;c. verkauft worden seien, war schwer genug, um von der einen oder anderen Behörde aufgefaßt und verfolgt zu werden. Daß man wartete, bis die Pairskammer selbst dagegen zu Felde zog, ist wahrscheinlich ein neuer Mißgriff der Regierung gewesen, da auf diese Weise eine Privilcgienfrage zwischen der Deputaten- und der Pairskammer entstehen mußte, und man so jedenfalls erst auf einem Umwege zu einer Entscheidung gegen Herrn von Girardin kommt. Diese Entscheidung selbst wird doppelt zweifelhast, da selbst, wenn die Deputirtcnkammer die Anklage erlauben sollte, es Herr von Girardin nicht schwer fallen wird, den Herren Pairs zu beweisen, daß sein Angriff auf keinen Fall gegen sie gerichtet war, sondern vielmehr ihre Würde gegen die Korruption des Ministeriums in Schutz nahm. Genug, die Sache ist, wie sie jetzt steht, verkehrt eingeleitet. Vielleicht aber rettet Herr von Girardin die Regierung. Dieser kluge Schütze hat in der letzten Zeit allerlei Fehlschüsse gethan. Herr v. Girardin stellte seine erste Anklage so offen hin, daß er den Eindruck machen mußte, als ob die Regierung und die Minister Pairsstellcn für 80,000 Fr. verkauft oder wenigstens feil geboten hätten. Seit er selbst aber als Angeklagter erscheint, schraubt er seine Worte so, daß es nur zu klar wird, wie er mehr hat glauben machen wollen als er zu beweisen im Stande ist. Deswegen versteckt er sich auch hinter sein Deputirtenprivilegium, um die Anklage der Pairskammer zurückzuweisen, und hinter seine Stellung als Angeklagter vor der Pairskammer, um dem Äureaux der Kammer seine Beweise vorzulegen. Es ist ihm nicht recht geheuer bei der Sache, und seine Beweise sind höchst wahr-