Wandertage in Qberösterreich
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Das schöne Land von Oberösterreich ist zu wenig bekannt, zu wenig gefeiert. Die branne Coqnettc Italien, die üppige, theure Schweiz machen dein ansprnchlvsen Gebirgstinde all' die irrenden Ritter der Touristik abspenstig. Und doch ist sie so schon die stille, innige Schöne mit den blauen Angen ihrer Seen, mit dem grüneil Kleide ihrer Wälder und Tristen! Phantastisch grüßt es mich wie mit weißen Elfenhändeu aus der Zeit, die ich bei ihr verlebt und ich höre wie im Traume ein verhallendes Jodeln und den geisterhaften Klang der Alpenzither. — Es war ein Heller, warmer Herbstnachmittag als ich auf das Dampfbovt ging, das eben von Ebensee angekommen war. Vor mir lag das weiße Gmnnden, hinter mir der prachtvolle Traunstein, wie ein dunkler Amethystkrystall in den lichten Himmel hinanfragend. Bote mit Segeln zogen wie Schwäne durch den See, liebliches Glockengeläute voll der Kapelle am Berge scholl durch die stille Lust. Nach einer Zeit voll Uuzufriedeuheit und innerem Kampfe labte ich mich zum ersten Male wieder an der Schönheit der Natur. Indessen wurde geheizt, der Rauch stieg wirbelnd aus dein Schlote, die Passagiere kamen allmälig mit Sack und Pack in die Arche. Als ich einmal anstehe, fahre ich freudig erschrocken zusammen; die schöne Wittwe, die in Karlsbad so viel Anflehn gemacht hatte — war eingestiegen, Papa und Mama folgten nach. Noch vor ein paar Tagen hatte ich alles Mögliche und Unmögliche versucht mit ihr bekannt zu werden nnd nnn führte sie mir der Genius der Reisenden an der Hand entgegen. Sie trng noch das blaue Kleid und den Basthut mit dem rosenfarbigen Schleier, der wie ein rosenfarbiger Traum so oft durch meine Nächte gezogen war! Auch sie hatte mich erkannt. Das sah ich gleich an Blick und Lächeln, und während ich noch nicht recht wußte wie ich an sie kommeil sollte, da war sie mir schon voraus. Auf ein paar Worte, die sie mit ihrem Vater gesprochen, kam der alte Herr gleich heran.
„Ein schöner See!" sagte er. — „Die Schweiz hat keinen schöneren,"
Grenzten. l»-^. 25